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Immobilienkauf

So kaufen Sie in Belgien eine Wohnung oder ein Haus



Sie sollten sich sorgfältig überlegen, ob Sie in Belgien besser gestellt sind, wenn Sie eine Immobilie kaufen oder mieten.

Wenn Sie nur für eine kurze Zeit in Belgien bleiben wollen, z.B. für weniger als fünf Jahre, tun sie wahrscheinlich besser daran, eine Wohnung zu mieten. Ein eigenes Heim zu besitzen wird hier als eine weniger wichtige Investition betrachtet als in manchen anderen Ländern. Obwohl die Immobilienpreise in den späten 80ern und den frühen 90ern eine Boomphase erlebten, verlangsamt sich der Anstieg inzwischen und hohe Übereignungskosten halten viele von der Investition in ein Eigenheim ab. Die Steuervorteile, die der Besitz eines Eigenheims mit sich bringt, können stark variieren.

Wahrend die Immobilien selbst in Belgien im Vergleich zu Großbritannien relativ günstig sind, sind die verschiedenen Gebühren, Belastungen und Sicherheiten, die mit dem Kauf eines Hauses in Verbindung stehen, und die benötigten Sicherheiten für eine Hypothek in der Lage alle, außer den fest entschlossenen Käufern, vom Kauf einer Immobilie abzuhalten. Für die Hypothek gibt es in Belgien keine Steuerermäßigung auf die Einkommenssteuer und sollten Sie die Immobilie je innerhalb von fünf Jahren wieder verkaufen, werden Sie mit einer Vermögenskapitalsteuer belastet. Die gute Nachricht ist, dass für Hypotheken keine allzu hohen Sicherheiten notwendig sind, allerdings dürfen Sie nicht vergessen, dass die kompletten Übereignungskosten den Preis des Hauses um 15 bis 20% erhöhen werden. Außerdem dürfen Sie damit rechnen, dass beim Kauf eines Hauses eine Mehrwertsteuer von 21% fällig wird.

Häuser, die zum Verkauf angeboten werden, werden in Zeitungen und durch Immobilienmaklerbüros inseriert. Sie können aber auch die „Schilderjagd“-Methode benutzen, was bedeutet, dass Sie in den Straßen nach „Zu vermieten“-Schildern ( à vendre/te koop) Ausschau halten. Die aufgelisteten Preise sind als Verhandlungsbasis zu sehen, woraufhin Sie ein Angebot machen, das etwas unter dem Preis liegt, den Sie zu zahlen bereit sind, und dann mit dem Besitzer einen Preis aushandeln. Das Ergebnis der Verhandlung hängt ganz davon ab, wie sehr Sie die Immobilie erwerben wollen und wie begierig der Besitzer ist, diese zu verkaufen. Einen Immobilienmakler zu haben, der Ihnen bei dem ganzen Prozess zur Seite steht, ist sicherlich vernünftig, auch wenn Sie letztendlich etwas mehr bezahlen, als wenn Sie das Haus privat gekauft hätten.

Sobald der Preis vereinbart wurde, unterschreiben der Käufer und der Verkäufer einen Kaufvertrag ( compromis de vente), der normalerweise mit einer nicht zurückzahlbaren Anzahlung, die 10% des Kaufpreises beträgt, abgesichert wird. Von diesem Zeitpunkt an hat der Käufer vier Monate Zeit den Restbetrag zu besorgen (meistens in Form einer Hypothek). Erst dann ist der Kauf abgeschlossen. Manchmal kann man sich auch einen größeren Spielraum erkaufen, in dem man den Verkäufer um ein Vorkaufsrecht bittet, das heißt, dass dieser die Immobilie während eines bestimmten Zeitraumes an niemanden sonst verkaufen kann. Falls Sie dann doch noch aus dem Geschäft aussteigen sollten, verlieren Sie den Betrag, den Sie das Vorkaufsrecht gekostet hat. Sie sollten also die kleinstmögliche Summe aushandeln, die der Verkäufer akzeptiert.

Die tatsächliche Übereignung der Immobilie kann nur mit Hilfe eines Notars ( notaire/notaris) von statten gehen, welcher ein festes Honorar von 1-4% des Kaufpreises verlangt. Gewöhnlich müssen Sie die Immobilie begutachten lassen, was Sie ca. 100€ kosten wird. Ihre größte Ausgabe wird allerdings die Registrierung des Kaufes sein, die den gewaltigen Prozentsatz von 12,5% des Kaufpreises ausmacht! Es ist außerdem möglich, eine Immobilie zu ersteigern, wobei Sie Geld sparen könnten. Dann müssen Sie aber die doppelten Notarkosten bezahlen und Sie haben nur einen Monat Zeit, um eine Hypothek aufzunehmen und die Übergabe zu auszuführen.


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