Die britische Küche

Gastronomie, Essen und Trinken

Die vielen Spottlieder auf die englische Küche haben Sie oft genug gehört. Wollte man behaupten, sie träfen nicht zu, würde man sich unglaubwürdig machen. Andererseits hat die englische Gastro­nomie heutzutage sehr viel mehr zu bieten als nur fish and chips.

Es gibt kaum eine englische Kleinstadt, die nicht eine beträchtliche Auswahl an chinesischen, italienischen, indischen und franzö­si­schen Restaurants zu bieten hätte, ganz abgesehen von den Lokalen für den Fast-Food-»Gourmet«.

Bleiben wir bei der englischen Küche. Wenn sie dem kontinentalen Gaumen etwas zu bieten vermag, dann gehören ein knackiges Gemüse oder raffiniert zubereitete Salate zwar nicht unbedingt dazu, wohl aber meist sehr gute Pasteten, Geflügelvarianten, Fischgerichte und natürlich Roastbeef sowie saftige Steaks. Eine diesbezügliche Zurückhaltung hat sich bei den Engländern schon seit einiger Zeit wieder gelegt. Alternativ bieten sich nach wie vor lamb chops an: Lamm mit Minzsoße und eine in der Folie gebackene Kartoffel ist immer noch ein paar Meilen Umweg wert, wenn das am Wegesrand liegende Pub nur Spiegeleier mit Pommes frites zu bieten hat.

In den klassischen Pubs mit Restaurantbetrieb wird bei der Be­stellung am Tresen auch gleich bezahlt. Das gilt fürs Bier – gleich zum Mitnehmen – ebenso wie für die Mahlzeit. Wenn Bedienungs­personal zu Ihnen an den Tisch kommt, dann nur, um Ihnen den Teller mit Ihrem Gericht zu bringen.

Eating out

Eating out (Essen gehen) ist ein beliebtes Business-Ritual. Geschäftsleute mit ordentlichem Spesenkonto erkennen Sie am ausgezogenen Jackett, das über der Stuhllehne hängt, spätestens aber an der goldenen Kreditkarte beim Zahlen. In einem Restaurant für den anspruchsvolleren Gast zahlt dieser fürs Ambiente kräftig mit. Pro Person sind £50 für ein gar nicht einmal sehr aufregendes Dinner die Regel.

Was darüber liegt, hat meist mit der Wahl des Weins zu tun: Die Engländer legen Wert auf edle Tropfen aus aller Herren Länder (zunehmend aus Südafrika, Australien und Neuseeland) und investieren gern in eine oder zwei Flaschen vom Besten, wenn die Qualität der Tischrunde dafür steht.

Mit nur zehn Prozent Trinkgeld wird man Sie an solchen Plätzen als etwas knauserig einschätzen; zwölf sollten’s schon sein.

Die gastronomische Kultur Britanniens ist für den facettenreich, der sie zu entdecken vermag. Auf regionale Spezialitäten trifft man selten, dafür haben Selbstversorger eine auf dem Kontinent unbe­kannte Auswahl an exotischen Lebensmitteln in kleinen Shops, die von Afrikanern, Asiaten und Einwanderern aus karibischen Ländern geführt werden. Experimentierfreudige Köche werden hier reichlich für gewöhnte Markenartikel wie Pfanni-Knödel, Knorr-Suppen oder Dr. Oetkers Puddingpulver entschädigt.

Das Trinkwasser in den Leitungen Englands zeichnet sich durch große Qualitätsschwankungen aus. Wer auf gleichbleibende Kaffee- und Teequalität Wert legt, installiert einen Filter in der heimischen Küche.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus Leben und Arbeiten in England.

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