...nicht nur untereinander - auch direkt gegenüber den dort arbeitenden Ausländern. Was man sich hier so anhören muss, grenzt bedauerlicherweise nicht immer nur teilweise an Rassismus. Die Atmosphäre, die die allgegenwärtigen SVP-Werbungen (Schwarze Schafe, zahllose Hände von Farbigen, die nach Schweizer Pässen zu gieren scheinen und nicht zuletzt die Raben, denen die Schweiz via Bilaterale zum Frass vorgeworfen wird) tragen nicht gerade zum Wohlfühlfaktor bei. Der ständig zur Schau gestellte Nationalstolz wirkt nach einiger Zeit so, als müsste hier ein massiver nationaler Ego-Komplex bewältigt werden, den man als Außenstehender wohl nur schwer nachvollziehen kann. Genauso wirkt die Problematik, die aus "Hochdeutsch sprechen (müssen) im Umgang mit Nichtschweizern" mit grossem Eifer konstruiert wird, nach einigen Monaten deprimierend lächerlich.
Für mich haben diese und andere Faktoren das Antlitz des Traumlandes Schweiz, dass in vielerlei Beziehung als mögliches ökonomisches und ökologisches Vorbild für seine europäischen Nachbarn dienen könnte und sollte(?), mit Kleinbürgerlichkeit, selbtgefälligem Spießertum, Ausländerfeindlichkeit, Intoleranz und kleinstaatlicher Ichbezogenheit so entstellt, daß ich - für meinen Teil - mehr und mehr die Hoffnung verliere, die zahlreichen guten Eigenschaften dieses schönen Fleckchen Erdes doch noch eines Tages ohne einen bitteren Beigeschmack genießen zu können.
S. de Vries
19 Feb 2009, 02:50