Bankgeschäfte

Kontoeröffnung und Standard-Dienstleistungen

Falls Sie länger als drei Monate in Frankreich bleiben wollten, benötigen Sie wahrscheinlich ein Bankkonto.

Viele Dienstleister (wie z.B. Mobilfunkanbieter) verlangen von Ihnen eine Kontonummer, um ihre Gebühren automatisch per Lastschriftverfahren einziehen zu können. Zudem ist es häufig sinnvoll, für wiederkehrende Zahlungen wie z.B. die Miete einen Dauerauftrag einzurichten.

Ein Bankkonto eröffnen

Falls Sie länger als 3 Monate in Frankreich sind, sollten Sie ein Girokonto als Anwohner eröffnen ( compte courent). Dies ist relativ einfach und kostenfrei. Normalerweise benötigen Sie hierzu folgende Dokumente:

Ihren Pass

  • Ihre Aufenthaltserlaubnis (titre de séjour or carte de séjour)
  • Einen Nachweis Ihrer Adresse (z.B. Ihre Telefon- oder Elektrizitätsrechnung, Ihren Mietvertrag etc.)

Falls Sie keine Aufenthaltsgenehmigung oder keinen Adressnachweis haben, können Sie ein Konto als Nicht-Anwohner eröffnen (compte non-résident). Bezüglich der Gebühren und Dienstleistungen gleicht ein solches Konto einem Konto für Anwohner. Als Nicht-Anwohner wird Ihnen die Bank jedoch oftmals keine Kreditkarte ausstellen und keinen Überziehungskredit gewähren. Viele Banken werden Ihnen bei der Eröffnung des Kontos einen persönlichen Berater zuweisen.

In Frankreich erhalten Sie auf Girokonten keine Zinsen. Sie können jedoch verschiedene Arten von Sparkonten (compte d’épargne) eröffnen, allerdings erhalten Sie hiermit keine Kreditkarte und keinen Überziehungskredit. Typische Sparbücher sind etwa

  • Livret (or properly Compte d’Epargne sur le Livret): normales Sparkonto, von dem Sie einfach Geld auf Ihr Girokonto überweisen können und vice versa
  • CODEVI (Compte pour le Développement Industriel): steuerfreie Zinsen bis zu €4.600, einfache Überweisungen zum und vom Girokonto. Pro Person dürfen Sie nur ein solches Konto eröffnen.
  • PEL(Plan d’Epargne Logement) oder CEP (Compte d’Epargne Logement): langfristiges Sparkonto zur Immobilienfinanzierung mit garantierten Zinsen und staatlichen Zuschüssen. Wird oftmals für andere Zwecke als für Immobilienkäufe genutzt.

Eine Bank auswählen

Überprüfen Sie bei Ihrer Hausbank in Ihrem Heimatland, ob diese mit einer Bank in Frankreich verbunden ist. Dies kann viele Operationen erleichtern. Andernfalls macht es wahrscheinlich mehr Sinn, eine der großen französischen Banken auszuwählen, da diese eine größeres Netzwerk an Filialen haben. Hierzu gehören

Sie können auch ein Konto bei der französischen Post eröffnen (www.laposte.fr). Der Hauptvorteil ist hier das große Netzwerk an Postfilialen. Mit diesem können Sie Ihr Konto noch aus dem kleinsten Dorf in Frankreich erreichen, riskieren aber längere Wartezeiten als in den Banken.

Falls Sie ein Online-Konto eröffnen wollten, sollten Sie eine reine Online-Bank in Erwägung ziehen, z.B. AXA Banque www.axabanque.fr oder ING Direct www.ingdirect.fr. Die Gebühren für ein Online-Konto sind oftmals geringer als für normale Konten.

Die meisten Banken haben spezielle Angebote für Studenten und junge Leute (normalerweise bis 26 Jahre). Es lohnt sich hierbei zu vergleichen!

Falls Sie besondere Bedürfnisse haben oder hohe Geldsummen überweisen, sollten Sie mit mehreren Banken verhandeln. Das Niveau der Kundenfreundlichkeit variiert zwischen einzelnen Banken und hängt oftmals sogar von einzelnen Filialen oder Kundenberatern ab. Falls Sie sich also nicht ausreichend gut behandelt fühlen, sollten Sie versuchshalber die Filiale wechseln.

Banköffnungszeiten

Die normalen Banköffnungszeiten in Frankreich sind montags bis freitags von 8.30/9.00 bis 16.00/17.30 Uhr. Einige Banken verlängern Ihre Öffnungszeiten an einem Wochentag, während andere (vor allem kleine Filialen) in der Mittagszeit geschlossen haben. Einige Filialen öffnen am Samstag (normalerweise von 9.00 bis 13.00 Uhr), sind aber dann meistens am Montag geschlossen.

Poststellen sind normalerweise montags bis freitags von 8.00 bis 18.00/19.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 12.00 Uhr geöffnet. Eine Ausnahme ist die Post in der Rue du Louvre in Paris, die täglich 24 Stunden geöffnet hat.

Überziehungskredite (découverts)

Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten mit Ihrer Bank die Konditionen eines Überziehungskredits überprüfen. Selbst ein Überziehungskredit von wenigen Tagen innerhalb der erlaubten Grenzen kann teuer werden. Nicht autorisierte Überziehungen Ihres Kontos können zur Sperrung Ihrer Kreditkarte oder zur Einziehung Ihres Scheckbuchs führen. In Abhängigkeit von der Bank und Ihrem Einkommen gibt es verschiedene Überziehungsmöglichkeiten, diese sollten Sie vor der Eröffnung Ihres Bankkontos ggf. verhandeln.

Kontoauszüge

Kontoauszüge (Relevés de compte) werden Ihnen normalerweise monatlich zugeschickt. In manchen Fällen können Sie auch eine Zusendung in kürzeren Abständen wählen. Die meisten französischen Banken bieten eine gute Kundenbetreuung per Telefon (z.B. zum Abfragen Ihres Kontostandes) sowie Online-Banking an. Diese Dienstleistungen sind normalerweise kostenfrei.

Scheckbuch und Karten

Normalerweise erhalten Sie nach der Eröffnung Ihres Girokontos innerhalb von ein bis zwei Wochen ein kostenloses Scheckbuch zugesandt. Kreditkarten und Girokarten kosten normalerweise €15-45 pro Jahr. Viele Banken bieten zudem zusätzliche Dienstleistungen wie z.B. Versicherungen an.

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