Auswandern in die Schweiz

Zwischen Aufenthaltsbewilligung, Umzug und Schweizer Kultur

Die Schweiz: Berge, grüne Wiesen, Alphörner und das Schwyzerdütsch. Die Landschaft und die Kultur der Schweizer ziehen immer noch so manch einen Auswanderer in seinen Bann. Doch wie werden Deutsche dort beruflich, räumlich und kulturell sesshaft?

Auswandern in die Schweiz

Migrationsgeschichte der Schweiz

Immer schon und immer noch gibt es Menschen, die auf der Flucht vor Kriegen oder Naturkatastrophen waren und sind und die Hoffnung haben, in einem anderen Land, das Wohlstand und Lebensqualität verspricht, Obdach zu finden. Kurz: Migration ist und bleibt Teil der Geschichte. Die Einwanderungspolitik der Schweiz hat mit der Zeit jedoch einige Wandlungen erfahren, denn diese erleichterte es Menschen aus angrenzenden oder entfernten Ländern zunehmend, in der Schweiz zu leben und zu arbeiten.

Die Stadt Zürich verspricht im internationalen Vergleich die zweitgrößte Lebensqualität. Kein Wunder, dass die Schweiz ein beliebtes Auswanderungsziel ist. 

Die Schweizer Einwanderungspolitik und Zuwanderungsströme

Die Hugenotten: Einwanderungen aus religiösen Gründen

Im 16. und 17. Jahrhundert gewährten die einzelnen Kantone der Schweiz zum ersten Mal Asyl. Zu dieser Zeit waren es vor allem die reformierten Hugenotten, denen ihre Glaubensfreiheit abgesprochen wurde, die in der Schweiz Asyl suchten. Sie wurden aus ihrer Heimat vertrieben und ließen sich unter anderem in der Schweiz nieder. Dort verhalfen sie der Wirtschaft zu Aufschwung, denn viele von ihnen arbeiteten im Handwerk oder aber im Finanzwesen. Die Schweiz diente vielen der Hugenotten jedoch nur als Zwischenstation auf der Weiterreise in protestantisch geprägte europäische Gebiete.

Ausländer bringen die Wirtschaft voran: Offenere Einwanderungspolitik

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen schließlich viele Akademiker in die Schweiz, die die Wirtschaft ebenfalls unterstützen. Den Akademikern ist es einfach gemacht worden, da diese keine Papiere benötigten, um einzureisen. So brachten sie vor allem die Entwicklung der schweizerischen Universitäten voran.

Aber auch Handwerker aus Deutschland immigrierten ihr Wissen in die Schweiz und ein großer Nahrungsmittelkonzern – Nestlé – entstand aufgrund von Immigration. Denn das Unternehmen ist im 19. Jahrhundert von dem aus Deutschland stammenden Schweizer Apotheker Henri Nestlé gegründet worden. Menschen aus Deutschland oder England sorgten zudem mit für das Voranschreiten der industriellen Entwicklung und die Herausbildung von Handelsverbindungen mit anderen europäischen Ländern.

Die offene Einwanderungspolitik, die Arbeitskräfte und Wissenstransfer versprach, verschärfte sich jedoch im ersten Weltkrieg unter anderem durch die Visumspflicht.

Wirtschaftlicher Aufschwung: Saisonniers und das Drei-Kreise-Modell

Während die Einwanderungswellen von Arbeitern abflachten, nahm die Schweiz im zweiten Weltkrieg hauptsächlich Flüchtlinge auf.

Kurz nach dem Krieg sollte die industrielle Produktion schnellstmöglich wieder aufgenommen werden. Um die Produktivität zu steigern, hatte die Schweiz für Ausländer eine Saisonnier-Bewilligung erlassen. Damit konnten die Einwanderer laut diesem Artikel  neun Monate in der Schweiz leben und arbeiten. Als jedoch die Zahl der Saisonarbeiter pro Kanton begrenzt wurde, sank die Zahl derselben immer weiter. So ist die Zahl von 153.510 Saisoniers (1967) zehn Jahre später auf 67.280 gesunken.

Während die Familien der Saisoniers in den Anfängen noch nicht mit in die Schweiz ziehen durften, fand in den achtziger Jahren eine neue Politik Anwendung. Das Aufenthaltsrecht sowie der Familiennachzug verbesserten sich zugunsten der Saisonarbeiter. Und durch den Aufschwung der Wirtschaft wurden wieder ausländische Arbeitskräfte benötigt. So wurden die Grenzen zunehmend auch für Menschen aus entfernteren Ländern geöffnet.

Möglich machte dies das so genannte „Drei-Kreise-Modell“, welches im Jahr 1991 entworfen wurde. Dieses setzte geographisch-kulturelle, wirtschaftliche und staatspolitische Kriterien für die Rekrutierung von ausländischen Arbeitskräften fest. Der erste Kreis umfasste alle Arbeiter aus den EU- und EFTA-Staaten (Fürstentum Liechtenstein, Norwegen, Island), denen ein uneingeschränkter Zugang in die Schweiz gewährt wurde. Aus dem mittleren Kreis, der die USA, Kanada, Neuseeland und Australien umfasste, konnten nur eine geringe Anzahl an Einwanderern aufgenommen werden. Menschen aus Asien, Afrika oder Lateinamerika wurden dem dritten Kreis zugeteilt. Diesen war die Einwanderung in die Schweiz in der Regel untersagt. Ausnahmen bildeten oft nur hochqualifizierte Fachkräfte.

Insgesamt gab es im Jahr 1997 nur noch 28.000 Saisonarbeiter in der Schweiz. Im Jahr 2002 besiegelten EU und Schweiz schließlich das Ende der Saisonier-Bewilligungen.

Einwanderungspolitikheute

Auch heute kehren einige Menschen ihrem Heimatland zum Arbeiten den Rücken zu. Entweder als Grenzgänger oder Auswanderer mit Wohnsitz und Arbeitsstätte im fremden Land. Dafür werden in der Schweiz Bewilligungen benötigt. 

Grenzgänger- und Aufenthaltsbewilligungen

Grenzgänger pendeln zwischen ihrem Herkunftsland und der Schweiz hin und her. Folgende Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein:

  • EU-Bürger und Staatsangehörigkeit eines der EU-Staaten
  • Arbeitsstelle in der Schweiz und einen befristeten/unbefristeten Arbeitsvertrag (mindestens drei Monate)
  • Grenzgängerbewilligung und Krankenversicherung
  • Die Rückkehr zum Wohnort muss mindestens an 60 Tagen im Jahr und einmal wöchentlich passieren

Die Grenzgängerbewilligung (Ausweis G) kann bei den zuständigen Migrationsämtern der Kantone beantragt werden. Die Genehmigung kann oft zwei bis drei Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Für den Antrag wird eine Kopie des Personalausweises oder Reisepasses, ein Passfoto sowie ein Bescheid über den Wohnsitz benötigt. Erst mit der Bewilligung ist es erlaubt, eine Stelle anzutreten und diese ist in der Regel fünf Jahre gültig – bei einem Vertrag ab einem Jahr. Liegt die Laufzeit darunter und beträgt über drei Monate, geht das Ablaufdatum der Grenzgängerbewilligung damit konform.

Neben dem Ausweis für Grenzgänger, gibt es verschiedene Aufenthaltsbewilligungen für Personen, die zweckgebunden oder aufgrund einer Erwerbstätigkeit in der Schweiz leben. Dauert der Aufenthalt in der Schweiz weniger als oder drei Monate lang, dann ist keine Bewilligung, sondern nur eine Anmeldung bei der kantonalen Arbeitsmarktbehörde notwendig. Anders sieht es bei einem längeren Aufenthalt aus: Es wird zwischen den Bewilligungen „L“ (Kurzaufenthalt), „B“ (Aufenthaltsbewilligung) und „C“ (Niederlassungsbewilligung) unterschieden:  

Verschiedene Möglichkeiten der Einbürgerung

Das Schweizer Bürgerrecht kann durch die ordentliche oder erleichterte Einbürgerung, die Abstammung oder eine Adoption erlangt werden. 

Jobsuche, Finanzen und berufliche Weiterbildung

Durch die Nähe zur Heimat bietet sich die Schweiz für viele Arbeitssuchende und Menschen, die Lust auf einen Tapetenwechsel haben, an. Vor allem Akademiker zieht es in die Alpenregion. Doch worauf ist bei der Bewerbung um einen Job zu achten und wie sieht es mit den Kosten aus? Die Bewerbung in der Schweiz unterscheidet sich zwar nicht grundsätzlich von der in Deutschland, jedoch sollte die Bewerbung zeigen, dass sich der Verfasser mit den Gepflogenheiten der Schweiz auskennt und auf kleine Unterschiede geachtet hat.

Die Bewerbung

Formale Unterschiede

Wer das Bewerbungsschreiben und den Lebenslauf für ein interessantes Jobgesuch eines Schweizer Unternehmens aufstellt, sollte auf ein paar Punkte in der formalen Gestaltung achten:

Finanzen und Karriere

Ansprechend sind die Schweizer Unternehmen, da diese oft attraktive Gehälter versprechen. Zudem wird ein Aufenthalt im Ausland auch von inländischen Unternehmen gerne gesehen. So versprechen sich vor allem Akademiker einen Karriereschub von dem Aufenthalt in der Schweiz. Dort herrscht genau wie in Deutschland eine Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften.

Attraktive Gehälter versus hohe Lebenshaltungskosten

In den meisten Regionen der Schweiz stehen den attraktiven Löhnen hohe Lebenshaltungskosten gegenüber und Zürich und Genf zählen sogar zu den teuersten Städten der Welt. So ist es auch nachvollziehbar, dass die Gegenüberstellung von 71 Städten ergab , dass Arbeitnehmer unter anderem in den Städten Genf und Zürich die höchsten Bruttolöhne erhalten. Dagegen verdienen die Angestellten in München etwas mehr als die Hälfte des Zürcher Einkommens. Ein angeführtes Beispiel: Um sich einen Big-Mac leisten zu können, müssen die Zürcher elf Minuten arbeiten und sind damit im weltweiten Vergleich die dritt schnellsten.

Die betrachteten Städte wurden hinsichtlich ihrer Preis- und Lohnniveaus verglichen. Ein Warenkorb mit 122 Waren und Dienstleistungen sowie den Löhnen wurde für jede Stadt zusammen- und in den Städtevergleich gestellt. Dieser bildete das Konsumverhalten einer Familie mit drei Personen ab. Während die Schweizer Städte und New York auf den oberen Plätzen rangieren, stehen Städte wie Bukarest und Kiew am unteren Ende. Die deutschen Städte befinden sich in diesem Ranking auf den Plätzen 30 (Frankfurt am Main), 31 (München) und 38 (Berlin).

Die Bruttolöhne in der Schweiz sind attraktiv, aber die Lebenshaltungskosten hoch. Vor allem in Bezug auf die Lebensmittelpreise.

Vor allem beim Vergleich der Lebensmittelpreise bestätigte die Stadt Zürich ihre Position als eine der teuersten Städte weltweit. Die 39 Lebensmittel, die in dem Korb enthalten waren, kosten ungefähr 4,5 Mal so viel wie in der günstigsten Stadt Kiew. Und während die Bukarester für ein Kilogramm Brot 0,66 Euro veranschlagen, kostet dieser in Zürich 3,20 Franken. 

Auslandsaufenthalt als Karrierekick

Laut der Vertretung der OECD-Länder  verlassen pro Jahr in etwa 140.000 Deutsche ihre Heimat. Darunter vor allem Akademiker und Führungskräfte. Weiterhin würden nach den USA, die Schweiz und Großbritannien mit circa 270.000 deutschen Zuwanderern zu den beliebtesten Einwanderungsländern zählen. Insbesondere Hochqualifizierte verlassen die deutschen Gefilde. Deren Anteil an der Schweizer Bevölkerung sei alleine von 2001 bis 2011 auf 150.000 angestiegen und habe sich somit verdoppelt. Die Grundsteine für eine spätere Tätigkeit im Ausland werden oft bereits im Studium durch ein Studienjahr in einem OECD-Land gelegt. Als Grund für die spätere Auswanderung würden vor allem Karrieregründe ausschlaggebend sein.

Einige Auswanderer kehren jedoch auch wieder zurück in die Heimat und zwar oft mit neuen Erfahrungen und Kontakten. Auslandserfahrungen versprechen häufig bessere Karrierechancen im eigenen Land.

Wahlheimat Schweiz: Gute Planung ist die halbe Miete

298.000 Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit gehörten nach den aktuellsten Auswertungen des schweizerischen Bundesamtes für Statistik  zu der ausländischen Wohnbevölkerung, die ihren ständigen Wohnsitz in der Schweiz hatten. Damit machten diese nach den Italienern (15,5 Prozent) mit 14,9 Prozent den größten Anteil der ausländischen Bevölkerung aus. Während der gesamte Ausländeranteil im Jahr 1910 noch 14,7 Prozent betrug, stieg dieser ab dem Jahr 1983 stetig an und belief sich im Jahr 2014 auf 24,3 Prozent. Wer seinen ständigen Wohnsitz in die Schweiz verlegen möchte, sollte vorab einige Dinge beachten, damit der Umzug ohne Hindernisse und möglichst unkompliziert verläuft.

Umzug

Ein Umzug nach dem Motto „Auf und davon!“ ist in der Regel nicht so einfach. Denn für einen Umzug ins Ausland sind ein gutes Zeitmanagement und die Auseinandersetzung mit den länderspezifischen Voraussetzungen wichtig. Nachfolgend gibt es hilfreiche Tipps für die Umzugsvorbereitungen.

Checkliste: Organisatorische Vorbereitungen

  • Dokumente auf ihre Gültigkeit und Vollständigkeit überprüfen: Für die Einreise in die Schweiz ist der Reisepass, der Personalausweis (oder die vorläufigen Varianten) sowie der Kinderreisepass notwendig.
  • Vermieter informieren, wenn die Wohnung untervermietet werden soll: Oft schreibt der Mietvertrag vor, dass die Fremdvermietung einige Monate vor dem Umzug anzumelden ist.
  • Reiseversicherung überprüfen
  • Medizinische Vorsorgeuntersuchung einplanen und Kopie der Befunde mitnehmen
  • Informationen über die Sozialversicherungen einholen
  • Unfallversicherung abschließen: Bei einer Erwerbstätigkeit ab acht Stunden pro Woche sind die Arbeitnehmer über den Arbeitgeber versichert.
  • Falls nicht alle Angelegenheiten geklärt werden können, am besten eine Vollmacht für Familienangehörige erstellen, die nicht mitziehen.

Ämter informieren und Verträge kündigen:

  • Einwohnermeldeamt über den Wegzug in Kenntnis setzen
  • Finanzamt informieren
  • Nachsendeantrag stellen
  • Kündigung zum Beispiel: Zeitungsabonnements, Internet-/TV- und Telefonverträge

Tipps: Reibungsloser Umzug

Damit auch der Ablauf des Umzugs sowie d vor Ort ohne Schwierigkeiten verläuft, sollten unter anderem die Einreisebestimmungen überprüft werden. Unter anderem muss das eigene Hab und Gut vorab auf einem speziellen Formular aufgeführt werden, denn nur so ist der Hausrat ohne Probleme in die Schweiz einzuführen. Zudem ist Voraussetzung, dass das Übersiedlungsgut sechs Monate vor Abreise genutzt worden ist und während des Aufenthaltes in der Schweiz weiterhin gebraucht wird. Wer neben den materiellen Gütern sein Haustier in die Schweiz einführen möchte, sollte beachten, dass Hunde und Katzen gegen Tollwut geimpft sein müssen. Die Anmeldung von Tier und Haltern, ist in jedem Fall nach 14 Tagen Aufenthalt in der Schweiz bei der Einwohnerkontrolle durchzuführen. Damit eine problemlose Einreise sowie das schnelle Einleben im Wohn- und Arbeitsumfeld garantiert sind, sollten ausführliche Informationen  zu den Unterlagen und Abläufen, die die Einfuhr von Hausrat und Haustier oder die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt betreffen, eingeholt werden. 

Mobilität

Ummeldung von Fahrzeug und Führerschein

Wer in der Schweiz mit seinem Fahrzeug dauerhaft mobil sein möchte, muss nach zwölf Monaten Aufenthalt den Führerschein ummelden lassen. 

Auch das eigene Auto kann in die Schweiz eingeführt werden und um damit dauerhaft in der Schweiz mobil sein zu können, sollte unter anderem der Führerausweis umgemeldet werden. Dafür ist der deutsche Führerschein nach einem Jahr Aufenthalt in einen schweizerischen Führerausweis umzumelden und ein schweizerisches Nummernschild anzufordern. Da die Ummeldung einige Zeit in Anspruch nimmt, ist sich frühzeitig darum zu kümmern und wer den Führerausweis berufsbedingt benötigt – zum Beispiel Lastwagenfahrer –, muss bereits vor dem Arbeitsantritt einen Schweizer Führerausweis besitzen. Dokumente, die die genauen Schritte und Unterlagen aufführen, die für eine Beantragung beim zuständigen kantonalen Strassenverkehrsamt notwendig sind, finden sich hier .

KFZ-Versicherung und KFZ-Steuer

Für die problemlose Führung und Zulassung des Fahrzeugs in der Schweiz, wird genau wie in Deutschland, eine Steuer erhoben. Die schweizerische Motorfahrzeug-Steuer unterscheidet sich kantonal.

Neben den steuerlichen Abgaben ist eine Haftpflichtversicherung Pflicht. Diese ist mit einer schweizerischen Versicherungsgesellschaft abzuschließen. Zudem kann eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Zum Beispiel Teilkasko, Kollisionskasko (Kollision und selbstverursachte Unfallschäden) oder Versicherungen für Parkschäden. Letztere lohnt sich häufig nur bei Neuwagen und wird auch oft nur für diese angeboten. 

Veloland: Haftpflichtversicherung für das elektronische Fahrrad

Für das Velo ist die Vignette seit 2012 keine Pflicht mehr. Anders sieht es beim E-Bike aus. 

Aber auch mit dem Fahrrad (Velo) kann die neue Heimat erkundet oder der Weg zur Arbeit absolviert werden. Teil des schweizerischen Netzwerks für den Langsamverkehr – „SchweizMobil“ – ist die Stiftung „Veloland Schweiz“. Diese setzt sich unter anderem für regionale und nationale Velorouten sowie Wegweisungen, die ein sicheres Fahren – auch auf der Strasse – ermöglichen, ein.

Wer sich mit dem Velo in der Schweiz bis 2012 bewegen wollte, benötigte eine Vignette. Mittlerweile werden die Schäden, die durch einen Unfall entstehen, von der Privathaftpflichtversicherung abgedeckt. Für die immer beliebter werdenden Elektrofahrräder sieht das jedoch anders aus. Ab einer elektrischen Tretunterstützung über 25 Kilometern pro Stunde wird ein Kontrollschild sowie eine Vignette für das Velo benötigt. Diese ist entweder im Fachgeschäft erhältlich oder beim Strassenverkehrsamt des eigenen Wohnkantons zu beantragen.

Das Leben vor Ort: Beliebte Orte, Alpenpanorama und kulturelle Unterschiede

Beliebte Schweizer Orte, um mobil zu sein, zu arbeiten oder zu wohnen, sind vor allem solche, die eine hohe Lebensqualität versprechen, wie zum Beispiel Zürich, Genf und Bern, in denen teilweise auch die eher ländlich geprägten Schweizer Traditionen gelebt werden.

Schweizer Kantone bieten attraktive Lebensqualität

Zürich, Genf und Bern: Gute Platzierung im internationalen Vergleich

Das Beratungsunternehmen Mercer hat für das Jahr 2015 weltweit 230 Großstädte hinsichtlich ihrer Lebensqualität untersucht. Unter den ersten zehn befinden sich alleine drei schweizerische Städte. Zürich bietet die zweithöchste Lebensqualität der verglichenen Städte. Genf hat es auf den achten und Bern auf den dreizehnten Platz geschafft. Gründe, die für die hohe Lebensqualität in Zürich sprechen, wären nach diesen Ausführungen  vor allem die schnelle und flexible Mobilität durch die öffentlichen Zürcher Verkehrsmittel und den Flughafen sowie die geringe Luftverschmutzung. Insgesamt sind in jeder Stadt 39 Kriterien von ins Ausland entsandten Mitarbeiterin beurteilt worden. Unter diese fallen wirtschaftliche, politische, soziale und umweltorientierte Aspekte.

Die Schweizer Kultur

Schwyzerdütsch: Fremdes Vokabular

Genau wie die attestierte hohe Lebensqualität gehören die Kultur und die Traditionen zur Schweiz dazu und trotz oder aufgrund der Nähe zu Deutschland wird das Schwyzerdütsch als Sprache oft unterschätzt. Das zeigt unter anderem dieser Erfahrungsbericht  eines deutschen Auswanderers: „Schwyzerdütsch ist kein deutscher Dialekt, wie Deutsche oft glauben, sondern eine Sprache mit eigenen Vokabeln und eigenen Regeln“, so der Auswanderer Markus Renner. So stehe Töff für Motorrad, Anke für Butter und „betrieben zu werden“ bedeute im Bankgespräch, dass Schulden vorhanden sind. Insgesamt seien die Schweizer zurückhaltender und weniger direkt als die Deutschen. Generell fiele es den Deutschen oft schwer, Schwyzerdütsch zu erlernen. Wobei vor allem Süddeutsche die Schweizer Mundart oft gut verstehen. Und Deutsche, die bereits einen Dialekt sprechen, würden es bei der Erlernung einfacher haben. Beim Sprechen steht häufig die Schweizer Grammatik im Weg. Welche Stolpersteine beim Sprechen und Erlernen der Mundart auftreten, beschreibt dieser Artike l genauer. 

Traditionelle Bräuche

Das Schwyzerörgeli gehört zu den traditionellen Musikinstrumenten der Schweiz. 

Die Kultur der Schweiz machen nicht nur die Landessprachen und die Mundart aus. Die Gebirgstäler heben sich mit ihren Bräuchen zwar von dem Leben in den Grossstädten ab, aber dennoch haben einige lokale Traditionen überregionalen Bekanntheitsgrad. So zum Beispiel die schweizerische Leidenschaft für Musikalisches, welcher die Schweizer besonders gerne beim Jodeln oder auf den typischen Schweizer Musikinstrumenten, wie dem Schwyzerörgeli (Handharmonika), dem Trümpi (Maultrommel) oder dem Alphorn, Ausdruck verleihen.Letzteres ist bis in die Steinzeit zur Verständigung zwischen gebirgigen Regionen eingesetzt worden. Erst seit dem 19. Jahrhundert haben sich Jodelchöre herausgebildet. Neben der Musik gehören die Alpwirtschaft und vor allem die Herstellung von Alpkäse zur Schweiz dazu.   

Ein sportlicher Brauch ist das Schwingen, das mit dem Ringen zu vergleichen ist, aber dennoch eigene Regeln vorgibt. Folgendes Video zeigt den Ablauf eines traditionellen Schwingfestes: 

Migrationsgeschichte der Schweiz

Immer schon und immer noch gibt es Menschen, die auf der Flucht vor Kriegen oder Naturkatastrophen waren und sind und die Hoffnung haben, in einem anderen Land, das Wohlstand und Lebensqualität verspricht, Obdach zu finden. Kurz: Migration ist und bleibt Teil der Geschichte. Die Einwanderungspolitik der Schweiz hat mit der Zeit jedoch einige Wandlungen erfahren, denn diese erleichterte es Menschen aus angrenzenden oder entfernten Ländern zunehmend, in der Schweiz zu leben und zu arbeiten.

Die Stadt Zürich verspricht im internationalen Vergleich die zweitgrößte Lebensqualität. Kein Wunder, dass die Schweiz ein beliebtes Auswanderungsziel ist. 

Die Schweizer Einwanderungspolitik und Zuwanderungsströme

Die Hugenotten: Einwanderungen aus religiösen Gründen

Im 16. und 17. Jahrhundert gewährten die einzelnen Kantone der Schweiz zum ersten Mal Asyl. Zu dieser Zeit waren es vor allem die reformierten Hugenotten, denen ihre Glaubensfreiheit abgesprochen wurde, die in der Schweiz Asyl suchten. Sie wurden aus ihrer Heimat vertrieben und ließen sich unter anderem in der Schweiz nieder. Dort verhalfen sie der Wirtschaft zu Aufschwung, denn viele von ihnen arbeiteten im Handwerk oder aber im Finanzwesen. Die Schweiz diente vielen der Hugenotten jedoch nur als Zwischenstation auf der Weiterreise in protestantisch geprägte europäische Gebiete.

Ausländer bringen die Wirtschaft voran: Offenere Einwanderungspolitik

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen schließlich viele Akademiker in die Schweiz, die die Wirtschaft ebenfalls unterstützen. Den Akademikern ist es einfach gemacht worden, da diese keine Papiere benötigten, um einzureisen. So brachten sie vor allem die Entwicklung der schweizerischen Universitäten voran.

Aber auch Handwerker aus Deutschland immigrierten ihr Wissen in die Schweiz und ein großer Nahrungsmittelkonzern – Nestlé – entstand aufgrund von Immigration. Denn das Unternehmen ist im 19. Jahrhundert von dem aus Deutschland stammenden Schweizer Apotheker Henri Nestlé gegründet worden. Menschen aus Deutschland oder England sorgten zudem mit für das Voranschreiten der industriellen Entwicklung und die Herausbildung von Handelsverbindungen mit anderen europäischen Ländern.

Die offene Einwanderungspolitik, die Arbeitskräfte und Wissenstransfer versprach, verschärfte sich jedoch im ersten Weltkrieg unter anderem durch die Visumspflicht.

Wirtschaftlicher Aufschwung: Saisonniers und das Drei-Kreise-Modell

Während die Einwanderungswellen von Arbeitern abflachten, nahm die Schweiz im zweiten Weltkrieg hauptsächlich Flüchtlinge auf.

Kurz nach dem Krieg sollte die industrielle Produktion schnellstmöglich wieder aufgenommen werden. Um die Produktivität zu steigern, hatte die Schweiz für Ausländer eine Saisonnier-Bewilligung erlassen. Damit konnten die Einwanderer laut diesem Artikel  neun Monate in der Schweiz leben und arbeiten. Als jedoch die Zahl der Saisonarbeiter pro Kanton begrenzt wurde, sank die Zahl derselben immer weiter. So ist die Zahl von 153.510 Saisoniers (1967) zehn Jahre später auf 67.280 gesunken.

Während die Familien der Saisoniers in den Anfängen noch nicht mit in die Schweiz ziehen durften, fand in den achtziger Jahren eine neue Politik Anwendung. Das Aufenthaltsrecht sowie der Familiennachzug verbesserten sich zugunsten der Saisonarbeiter. Und durch den Aufschwung der Wirtschaft wurden wieder ausländische Arbeitskräfte benötigt. So wurden die Grenzen zunehmend auch für Menschen aus entfernteren Ländern geöffnet.

Möglich machte dies das so genannte „Drei-Kreise-Modell“, welches im Jahr 1991 entworfen wurde. Dieses setzte geographisch-kulturelle, wirtschaftliche und staatspolitische Kriterien für die Rekrutierung von ausländischen Arbeitskräften fest. Der erste Kreis umfasste alle Arbeiter aus den EU- und EFTA-Staaten (Fürstentum Liechtenstein, Norwegen, Island), denen ein uneingeschränkter Zugang in die Schweiz gewährt wurde. Aus dem mittleren Kreis, der die USA, Kanada, Neuseeland und Australien umfasste, konnten nur eine geringe Anzahl an Einwanderern aufgenommen werden. Menschen aus Asien, Afrika oder Lateinamerika wurden dem dritten Kreis zugeteilt. Diesen war die Einwanderung in die Schweiz in der Regel untersagt. Ausnahmen bildeten oft nur hochqualifizierte Fachkräfte.

Insgesamt gab es im Jahr 1997 nur noch 28.000 Saisonarbeiter in der Schweiz. Im Jahr 2002 besiegelten EU und Schweiz schließlich das Ende der Saisonier-Bewilligungen.

Einwanderungspolitikheute

Auch heute kehren einige Menschen ihrem Heimatland zum Arbeiten den Rücken zu. Entweder als Grenzgänger oder Auswanderer mit Wohnsitz und Arbeitsstätte im fremden Land. Dafür werden in der Schweiz Bewilligungen benötigt. 

Grenzgänger- und Aufenthaltsbewilligungen

Grenzgänger pendeln zwischen ihrem Herkunftsland und der Schweiz hin und her. Folgende Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein:

  • EU-Bürger und Staatsangehörigkeit eines der EU-Staaten
  • Arbeitsstelle in der Schweiz und einen befristeten/unbefristeten Arbeitsvertrag (mindestens drei Monate)
  • Grenzgängerbewilligung und Krankenversicherung
  • Die Rückkehr zum Wohnort muss mindestens an 60 Tagen im Jahr und einmal wöchentlich passieren

Die Grenzgängerbewilligung (Ausweis G) kann bei den zuständigen Migrationsämtern der Kantone beantragt werden. Die Genehmigung kann oft zwei bis drei Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Für den Antrag wird eine Kopie des Personalausweises oder Reisepasses, ein Passfoto sowie ein Bescheid über den Wohnsitz benötigt. Erst mit der Bewilligung ist es erlaubt, eine Stelle anzutreten und diese ist in der Regel fünf Jahre gültig – bei einem Vertrag ab einem Jahr. Liegt die Laufzeit darunter und beträgt über drei Monate, geht das Ablaufdatum der Grenzgängerbewilligung damit konform.

Neben dem Ausweis für Grenzgänger, gibt es verschiedene Aufenthaltsbewilligungen für Personen, die zweckgebunden oder aufgrund einer Erwerbstätigkeit in der Schweiz leben. Dauert der Aufenthalt in der Schweiz weniger als oder drei Monate lang, dann ist keine Bewilligung, sondern nur eine Anmeldung bei der kantonalen Arbeitsmarktbehörde notwendig. Anders sieht es bei einem längeren Aufenthalt aus: Es wird zwischen den Bewilligungen „L“ (Kurzaufenthalt), „B“ (Aufenthaltsbewilligung) und „C“ (Niederlassungsbewilligung) unterschieden:  

Verschiedene Möglichkeiten der Einbürgerung

Das Schweizer Bürgerrecht kann durch die ordentliche oder erleichterte Einbürgerung, die Abstammung oder eine Adoption erlangt werden. 

Jobsuche, Finanzen und berufliche Weiterbildung

Durch die Nähe zur Heimat bietet sich die Schweiz für viele Arbeitssuchende und Menschen, die Lust auf einen Tapetenwechsel haben, an. Vor allem Akademiker zieht es in die Alpenregion. Doch worauf ist bei der Bewerbung um einen Job zu achten und wie sieht es mit den Kosten aus? Die Bewerbung in der Schweiz unterscheidet sich zwar nicht grundsätzlich von der in Deutschland, jedoch sollte die Bewerbung zeigen, dass sich der Verfasser mit den Gepflogenheiten der Schweiz auskennt und auf kleine Unterschiede geachtet hat.

Die Bewerbung

Formale Unterschiede

Wer das Bewerbungsschreiben und den Lebenslauf für ein interessantes Jobgesuch eines Schweizer Unternehmens aufstellt, sollte auf ein paar Punkte in der formalen Gestaltung achten:

Finanzen und Karriere

Ansprechend sind die Schweizer Unternehmen, da diese oft attraktive Gehälter versprechen. Zudem wird ein Aufenthalt im Ausland auch von inländischen Unternehmen gerne gesehen. So versprechen sich vor allem Akademiker einen Karriereschub von dem Aufenthalt in der Schweiz. Dort herrscht genau wie in Deutschland eine Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften.

Attraktive Gehälter versus hohe Lebenshaltungskosten

In den meisten Regionen der Schweiz stehen den attraktiven Löhnen hohe Lebenshaltungskosten gegenüber und Zürich und Genf zählen sogar zu den teuersten Städten der Welt. So ist es auch nachvollziehbar, dass die Gegenüberstellung von 71 Städten ergab , dass Arbeitnehmer unter anderem in den Städten Genf und Zürich die höchsten Bruttolöhne erhalten. Dagegen verdienen die Angestellten in München etwas mehr als die Hälfte des Zürcher Einkommens. Ein angeführtes Beispiel: Um sich einen Big-Mac leisten zu können, müssen die Zürcher elf Minuten arbeiten und sind damit im weltweiten Vergleich die dritt schnellsten.

Die betrachteten Städte wurden hinsichtlich ihrer Preis- und Lohnniveaus verglichen. Ein Warenkorb mit 122 Waren und Dienstleistungen sowie den Löhnen wurde für jede Stadt zusammen- und in den Städtevergleich gestellt. Dieser bildete das Konsumverhalten einer Familie mit drei Personen ab. Während die Schweizer Städte und New York auf den oberen Plätzen rangieren, stehen Städte wie Bukarest und Kiew am unteren Ende. Die deutschen Städte befinden sich in diesem Ranking auf den Plätzen 30 (Frankfurt am Main), 31 (München) und 38 (Berlin).

Die Bruttolöhne in der Schweiz sind attraktiv, aber die Lebenshaltungskosten hoch. Vor allem in Bezug auf die Lebensmittelpreise.

Vor allem beim Vergleich der Lebensmittelpreise bestätigte die Stadt Zürich ihre Position als eine der teuersten Städte weltweit. Die 39 Lebensmittel, die in dem Korb enthalten waren, kosten ungefähr 4,5 Mal so viel wie in der günstigsten Stadt Kiew. Und während die Bukarester für ein Kilogramm Brot 0,66 Euro veranschlagen, kostet dieser in Zürich 3,20 Franken. 

Auslandsaufenthalt als Karrierekick

Laut der Vertretung der OECD-Länder  verlassen pro Jahr in etwa 140.000 Deutsche ihre Heimat. Darunter vor allem Akademiker und Führungskräfte. Weiterhin würden nach den USA, die Schweiz und Großbritannien mit circa 270.000 deutschen Zuwanderern zu den beliebtesten Einwanderungsländern zählen. Insbesondere Hochqualifizierte verlassen die deutschen Gefilde. Deren Anteil an der Schweizer Bevölkerung sei alleine von 2001 bis 2011 auf 150.000 angestiegen und habe sich somit verdoppelt. Die Grundsteine für eine spätere Tätigkeit im Ausland werden oft bereits im Studium durch ein Studienjahr in einem OECD-Land gelegt. Als Grund für die spätere Auswanderung würden vor allem Karrieregründe ausschlaggebend sein.

Einige Auswanderer kehren jedoch auch wieder zurück in die Heimat und zwar oft mit neuen Erfahrungen und Kontakten. Auslandserfahrungen versprechen häufig bessere Karrierechancen im eigenen Land.

Wahlheimat Schweiz: Gute Planung ist die halbe Miete

298.000 Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit gehörten nach den aktuellsten Auswertungen des schweizerischen Bundesamtes für Statistik  zu der ausländischen Wohnbevölkerung, die ihren ständigen Wohnsitz in der Schweiz hatten. Damit machten diese nach den Italienern (15,5 Prozent) mit 14,9 Prozent den größten Anteil der ausländischen Bevölkerung aus. Während der gesamte Ausländeranteil im Jahr 1910 noch 14,7 Prozent betrug, stieg dieser ab dem Jahr 1983 stetig an und belief sich im Jahr 2014 auf 24,3 Prozent. Wer seinen ständigen Wohnsitz in die Schweiz verlegen möchte, sollte vorab einige Dinge beachten, damit der Umzug ohne Hindernisse und möglichst unkompliziert verläuft.

Umzug

Ein Umzug nach dem Motto „Auf und davon!“ ist in der Regel nicht so einfach. Denn für einen Umzug ins Ausland sind ein gutes Zeitmanagement und die Auseinandersetzung mit den länderspezifischen Voraussetzungen wichtig. Nachfolgend gibt es hilfreiche Tipps für die Umzugsvorbereitungen.

Checkliste: Organisatorische Vorbereitungen

  • Dokumente auf ihre Gültigkeit und Vollständigkeit überprüfen: Für die Einreise in die Schweiz ist der Reisepass, der Personalausweis (oder die vorläufigen Varianten) sowie der Kinderreisepass notwendig.
  • Vermieter informieren, wenn die Wohnung untervermietet werden soll: Oft schreibt der Mietvertrag vor, dass die Fremdvermietung einige Monate vor dem Umzug anzumelden ist.
  • Reiseversicherung überprüfen
  • Medizinische Vorsorgeuntersuchung einplanen und Kopie der Befunde mitnehmen
  • Informationen über die Sozialversicherungen einholen
  • Unfallversicherung abschließen: Bei einer Erwerbstätigkeit ab acht Stunden pro Woche sind die Arbeitnehmer über den Arbeitgeber versichert.
  • Falls nicht alle Angelegenheiten geklärt werden können, am besten eine Vollmacht für Familienangehörige erstellen, die nicht mitziehen.

Ämter informieren und Verträge kündigen:

  • Einwohnermeldeamt über den Wegzug in Kenntnis setzen
  • Finanzamt informieren
  • Nachsendeantrag stellen
  • Kündigung zum Beispiel: Zeitungsabonnements, Internet-/TV- und Telefonverträge

Tipps: Reibungsloser Umzug

Damit auch der Ablauf des Umzugs sowie d vor Ort ohne Schwierigkeiten verläuft, sollten unter anderem die Einreisebestimmungen überprüft werden. Unter anderem muss das eigene Hab und Gut vorab auf einem speziellen Formular aufgeführt werden, denn nur so ist der Hausrat ohne Probleme in die Schweiz einzuführen. Zudem ist Voraussetzung, dass das Übersiedlungsgut sechs Monate vor Abreise genutzt worden ist und während des Aufenthaltes in der Schweiz weiterhin gebraucht wird. Wer neben den materiellen Gütern sein Haustier in die Schweiz einführen möchte, sollte beachten, dass Hunde und Katzen gegen Tollwut geimpft sein müssen. Die Anmeldung von Tier und Haltern, ist in jedem Fall nach 14 Tagen Aufenthalt in der Schweiz bei der Einwohnerkontrolle durchzuführen. Damit eine problemlose Einreise sowie das schnelle Einleben im Wohn- und Arbeitsumfeld garantiert sind, sollten ausführliche Informationen  zu den Unterlagen und Abläufen, die die Einfuhr von Hausrat und Haustier oder die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt betreffen, eingeholt werden. 

Mobilität

Ummeldung von Fahrzeug und Führerschein

Wer in der Schweiz mit seinem Fahrzeug dauerhaft mobil sein möchte, muss nach zwölf Monaten Aufenthalt den Führerschein ummelden lassen. 

Auch das eigene Auto kann in die Schweiz eingeführt werden und um damit dauerhaft in der Schweiz mobil sein zu können, sollte unter anderem der Führerausweis umgemeldet werden. Dafür ist der deutsche Führerschein nach einem Jahr Aufenthalt in einen schweizerischen Führerausweis umzumelden und ein schweizerisches Nummernschild anzufordern. Da die Ummeldung einige Zeit in Anspruch nimmt, ist sich frühzeitig darum zu kümmern und wer den Führerausweis berufsbedingt benötigt – zum Beispiel Lastwagenfahrer –, muss bereits vor dem Arbeitsantritt einen Schweizer Führerausweis besitzen. Dokumente, die die genauen Schritte und Unterlagen aufführen, die für eine Beantragung beim zuständigen kantonalen Strassenverkehrsamt notwendig sind, finden sich hier .

KFZ-Versicherung und KFZ-Steuer

Für die problemlose Führung und Zulassung des Fahrzeugs in der Schweiz, wird genau wie in Deutschland, eine Steuer erhoben. Die schweizerische Motorfahrzeug-Steuer unterscheidet sich kantonal.

Neben den steuerlichen Abgaben ist eine Haftpflichtversicherung Pflicht. Diese ist mit einer schweizerischen Versicherungsgesellschaft abzuschließen. Zudem kann eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Zum Beispiel Teilkasko, Kollisionskasko (Kollision und selbstverursachte Unfallschäden) oder Versicherungen für Parkschäden. Letztere lohnt sich häufig nur bei Neuwagen und wird auch oft nur für diese angeboten. 

Veloland: Haftpflichtversicherung für das elektronische Fahrrad

Für das Velo ist die Vignette seit 2012 keine Pflicht mehr. Anders sieht es beim E-Bike aus. 

Aber auch mit dem Fahrrad (Velo) kann die neue Heimat erkundet oder der Weg zur Arbeit absolviert werden. Teil des schweizerischen Netzwerks für den Langsamverkehr – „SchweizMobil“ – ist die Stiftung „Veloland Schweiz“. Diese setzt sich unter anderem für regionale und nationale Velorouten sowie Wegweisungen, die ein sicheres Fahren – auch auf der Strasse – ermöglichen, ein.

Wer sich mit dem Velo in der Schweiz bis 2012 bewegen wollte, benötigte eine Vignette. Mittlerweile werden die Schäden, die durch einen Unfall entstehen, von der Privathaftpflichtversicherung abgedeckt. Für die immer beliebter werdenden Elektrofahrräder sieht das jedoch anders aus. Ab einer elektrischen Tretunterstützung über 25 Kilometern pro Stunde wird ein Kontrollschild sowie eine Vignette für das Velo benötigt. Diese ist entweder im Fachgeschäft erhältlich oder beim Strassenverkehrsamt des eigenen Wohnkantons zu beantragen.

Das Leben vor Ort: Beliebte Orte, Alpenpanorama und kulturelle Unterschiede

Beliebte Schweizer Orte, um mobil zu sein, zu arbeiten oder zu wohnen, sind vor allem solche, die eine hohe Lebensqualität versprechen, wie zum Beispiel Zürich, Genf und Bern, in denen teilweise auch die eher ländlich geprägten Schweizer Traditionen gelebt werden.

Schweizer Kantone bieten attraktive Lebensqualität

Zürich, Genf und Bern: Gute Platzierung im internationalen Vergleich

Das Beratungsunternehmen Mercer hat für das Jahr 2015 weltweit 230 Großstädte hinsichtlich ihrer Lebensqualität untersucht. Unter den ersten zehn befinden sich alleine drei schweizerische Städte. Zürich bietet die zweithöchste Lebensqualität der verglichenen Städte. Genf hat es auf den achten und Bern auf den dreizehnten Platz geschafft. Gründe, die für die hohe Lebensqualität in Zürich sprechen, wären nach diesen Ausführungen  vor allem die schnelle und flexible Mobilität durch die öffentlichen Zürcher Verkehrsmittel und den Flughafen sowie die geringe Luftverschmutzung. Insgesamt sind in jeder Stadt 39 Kriterien von ins Ausland entsandten Mitarbeiterin beurteilt worden. Unter diese fallen wirtschaftliche, politische, soziale und umweltorientierte Aspekte.

Die Schweizer Kultur

Schwyzerdütsch: Fremdes Vokabular

Genau wie die attestierte hohe Lebensqualität gehören die Kultur und die Traditionen zur Schweiz dazu und trotz oder aufgrund der Nähe zu Deutschland wird das Schwyzerdütsch als Sprache oft unterschätzt. Das zeigt unter anderem dieser Erfahrungsbericht  eines deutschen Auswanderers: „Schwyzerdütsch ist kein deutscher Dialekt, wie Deutsche oft glauben, sondern eine Sprache mit eigenen Vokabeln und eigenen Regeln“, so der Auswanderer Markus Renner. So stehe Töff für Motorrad, Anke für Butter und „betrieben zu werden“ bedeute im Bankgespräch, dass Schulden vorhanden sind. Insgesamt seien die Schweizer zurückhaltender und weniger direkt als die Deutschen. Generell fiele es den Deutschen oft schwer, Schwyzerdütsch zu erlernen. Wobei vor allem Süddeutsche die Schweizer Mundart oft gut verstehen. Und Deutsche, die bereits einen Dialekt sprechen, würden es bei der Erlernung einfacher haben. Beim Sprechen steht häufig die Schweizer Grammatik im Weg. Welche Stolpersteine beim Sprechen und Erlernen der Mundart auftreten, beschreibt dieser Artike l genauer. 

Traditionelle Bräuche

Das Schwyzerörgeli gehört zu den traditionellen Musikinstrumenten der Schweiz. 

Die Kultur der Schweiz machen nicht nur die Landessprachen und die Mundart aus. Die Gebirgstäler heben sich mit ihren Bräuchen zwar von dem Leben in den Grossstädten ab, aber dennoch haben einige lokale Traditionen überregionalen Bekanntheitsgrad. So zum Beispiel die schweizerische Leidenschaft für Musikalisches, welcher die Schweizer besonders gerne beim Jodeln oder auf den typischen Schweizer Musikinstrumenten, wie dem Schwyzerörgeli (Handharmonika), dem Trümpi (Maultrommel) oder dem Alphorn, Ausdruck verleihen.Letzteres ist bis in die Steinzeit zur Verständigung zwischen gebirgigen Regionen eingesetzt worden. Erst seit dem 19. Jahrhundert haben sich Jodelchöre herausgebildet. Neben der Musik gehören die Alpwirtschaft und vor allem die Herstellung von Alpkäse zur Schweiz dazu.   

Ein sportlicher Brauch ist das Schwingen, das mit dem Ringen zu vergleichen ist, aber dennoch eigene Regeln vorgibt. Folgendes Video zeigt den Ablauf eines traditionellen Schwingfestes: 

Zu den Traditionen gehören auch einige Bräuche, die heidnischen oder religiösen Ursprung haben. In vielen Fastnachtsbräuchen oder solchen, die am Jahresende stattfinden, dreht es sich um die Vertreibung böser Geister. So wird der Jahreswechsel neben dem Feuerwerk möglichst laut mit Umzügen und Trommeln begangen.

Fazit

Wer sich für die Schweiz als Auswanderungsziel entscheidet, trifft auf Schweizer Tradition, die Heimat verspricht, Mundart und auf Städte mit hoher Lebensqualität. Vorab sollten der Umzug, die Bedingungen für die Einreise sowie die Aufenthaltsbewilligung geklärt werden. Zudem sollten sich Auswanderer über die höheren Lebenshaltungskosten im Klaren sein. In jedem Fall bietet eine Auslandserfahrung, egal ob für immer oder nur auf Zeit, bei ausreichender Planung viele neue menschliche, kulturelle oder berufliche Erfahrungen. 

Bilder:

Abbildung 1: © JFL Photography 

Abbildung 2: © Monkey Business 

Abbildung 3: © RioPatuca Images 

Abbildung 4: © stadtratte 

Abbildung 5: © Peter Heimpel 

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