Die US-amerikanische Gesellschaft

Tabus und konservative Ansichten

Die amerikanische Gesellschaft ist für Europäer sehr konser­vativ geprägt. Dies fällt einem anfangs oftmals nicht gleich auf, man erkennt es aber mit der Zeit an zahlreichen Kleinigkeiten...

So ist zum Beispiel das Tragen von Bikinis am Strand oder im Schwimmbad nahezu ein Tabu. Man sollte sich durch Hollywood oder Miami nicht täuschen lassen, dies sind die absoluten Aus­nahmen. Die normalen Badehosen für Männer sind Shorts. Die aus Europa bekannten kurzen Badehosen werden hier „Speedos“ ge­nannt und werden nur zu Schwimmwettkämpfen getragen. Wer sich im Speedo zeigt, wird übrigens schnell als homosexuell abgestempelt.

Auch Kleinkinder müssen am Strand Badekleidung tragen, alles andere ist ein absolutes NO-NO, wie man hier so schön sagt. Es kann durchaus vorkommen, dass deswegen die Polizei alarmiert wird! Umziehen am Strand wird als äußerst anstößig empfunden, man kann deshalb ebenfalls Kontakt mit der Polizei bekommen. Man kommt bereits in Badekleidung an den Strand.

Gleichgeschlechtliche Paare

Gleichgeschlechtliche Paare werden in der Öffentlichkeit weitest­gehend gemieden, ein Coming-Out als homosexueller Politiker bedeutet das politische Ende der Karriere. So geschehen mit dem ehemaligen Gouverneur des Bundesstaates New Jersey James McGreevey, dessen politische Karriere nach seinem Coming-Out abrupt beendet war.

Auch hier gilt wieder, dass die Ausnahme die Regel bestätigt. Im südlichen Florida und in Kalifornien sieht man häufiger auf der Straße Gay Couples, dort scheint Homosexualität gesellschaftlich eher akzep­tiert zu sein.

Außereheliche Affären bringen Politiker ebenfalls zu Fall. Vor einigen Monaten lief der Wahlkampf um die Midterm Elections, und es war eine grandiose Schlammschlacht. Etliche Politiker wurden auf Grund ihrer Affären nicht mehr wieder gewählt.

Kurz: Es gibt eine gewisse Doppelmoral, man entrüstet sich öffent­lich über die anderen, nimmt jedoch (zum Beispiel Schmiergelder) gerne und großzügig an.

Heikel: Das Äußern politischer Meinungen

Politische Äußerungen in einer Gruppe von Amerikanern sollte man tunlichst vermeiden; es sei denn, es handelt sich um sehr gute Freunde. In der Regel wird davon ausgegangen, dass Ausländer die amerikanische Politik sowieso nicht verstehen. Das gleiche gilt für den Irak-Krieg. Nachdem es anfangs einen sehr großen Zuspruch für diesen gab, sank die Zu­stimmung zu diesem Krieg in den letzten Monaten in der Bevölker­ung kontinuierlich. Inzwischen hat man in der amerikanischen Be­völkerung auch verstanden, dass große Teile Europas gegen den Einmarsch amerikanischer Truppen im Irak waren. Für akzeptabel hält man diese Haltung jedoch noch lange nicht. Der Zweck heiligt hier anscheinend die Mittel.

Selbstkritik fällt Amerikanern schwer

Im Allgemeinen werden die USA von einem großen Teil der eigenen Bevölkerung als „das beste Land auf der ganzen Welt“ angesehen. Selbstkritik gehört nicht gerade zu den amerikanischen Tugenden.

Umweltschutz

Langsam, ganz langsam, keimt in der amerikanischen Bevölkerung die Einsicht, dass man sich auch einmal etwas um die Umwelt kümmern sollte. Seit einiger Zeit gibt es Werbespots für Energie­sparlampen und so genannte „Hybrid Cars“, die mit Benzin und mit Batterie angetrieben werden. Letztere werden nun sogar steuerlich gefördert und nehmen im Straßenbild deutlich zu. Selbst energie­effiziente Haushaltsgeräte sind in einigen Hardwarestores zu finden. Bis zum Abschalten der Klimaanlage im Haus ist es aller­dings noch ein weiter Weg...

Rassismus

Unterschwellig ist immer noch Rassismus in der Bevölkerung vorhanden. Offiziell sind die „African Americans“ in der Bevölkerung gleichgestellt; es fällt jedoch auf, dass es nur sehr wenig Mischung unter den verschiedenen Bevölkerungsgruppen gibt. In einem Wohnviertel mit gehobener Mittelschicht gibt es sucht man eine schwarze Familie meist vergebens Aussagen eines weißen Senators, dass es sich bei dem Senator Barack Obama um den ersten „sauberen Schwarzen“ handle zeigen erschreckend, bis in welche Etagen diese rassistische Denkweise noch anzutref­fen ist. Barack Obama ist demokratischer Senator und möchte gerne von seiner Partei im Jahre 2008 als Präsidentschaftskandidat aufgestellt werden.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus Leben und Arbeiten in den USA.


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