Agrarindustrie

„Big is beautiful“

„Big is beautiful“...so könnte man den Zustand der amerikanischen Agrarindustrie beschreiben. In der Kornkammer des Landes, den Staaten des Mittleren Westens, gibt es riesige Agrarfarmen, die inzwischen eher High Tech Firmen gleichen als Bauernhöfen.

Riesige Flächen von Monokulturen prägen die Landschaft. Trotzdem trägt die Landwirt­schaft in den USA nur ca. 1,6% zur Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes bei.

Genmanipulierte Lebensmittel sind auf dem Vormarsch

Zunehmende Bedeutung bekommen genmanipulierte Lebensmittel. Im Gegensatz zu Europa wird die Genmanipulation als Chance gesehen, die landwirtschaftlichen Produkte schädlingsresistenter zu machen. Als Beispiel seien hier Reis und Soja genannt. Auch die matschfreie Tomate ist schon zu bekommen.

Eine besondere Kennzeichnungspflicht für solche Produkte gibt es leider nicht. Hier in Amerika scheint es allgemein akzeptiert zu sein, genmanipulierte Lebensmittel an allen Ecken und in fast jedem Laden zu verkaufen.

Im Augenblick läuft sogar die Diskussion, ob Fleisch von geklonten Tieren noch als „ökologisch“ verkauft werden darf.

Allerdings muss man noch dazu erwähnen, dass auch Obst und Gemüse aus ökolog­ischem Anbau auch verkauft wird. Darauf wird dann extra mit einem Hinweisschild im Supermarkt hingewiesen, die Preise sind etwas teurer als normal. Die Auswahl ist inzwischen riesig, und viele Supermarktketten bieten Eigenmarken im Ökoregal an.

Kalifornien, Florida und Texas - Zentren der amerikanischen Agrarwirtschaft

Kalifornien und Florida, zusammen mit Texas, sind weitere Zentren der amerikanischen Agrarwirtschaft. Auf Grund des privilegierten Klimas werden dort vor allem Gemüse und Obst angebaut. Ein Großteil der amerikanischen Zitrusfrüchte kommt zum Beispiel aus Florida. Ebenso wie Säfte aller Arten und Geschmacksrichtungen. In Texas herrscht hauptsächlich Rinderwirtschaft vor, zusammen mit Baumwollanbau. Bei der Ernte sind die mexikanischen Ein­wanderer, legale wie illegale, eine nicht wegzudenkende Hilfe. Ohne sie würde die Industrie nicht überleben können, da sich kaum ein Amerikaner bereit erklären würde, diese Arbeit zu diesem Lohn auszuführen.

Zukunft: Anbau nachwachsender Rohstoffe

Ein weiterer Schwerpunkt der amerikanischen Agrarindustrie soll in den kommenden Jahren der Anbau von alternativen nachwachs­enden Rohstoffen werden. Im Januar 2007 erklärte der amerikan­ische Präsident George Bush, dass die Abhängigkeit der USA vom Rohöl in den nächsten zehn Jahren um 20% verringert werden solle. Dies hauptsächlich durch nachwachsende Agrarprodukte, aus denen sich dann Bioöl herstellen lassen. Im Februar 2007 wurde ein Abkommen mit Brasilien geschlossen, das sich auf nach­wachsende Rohstoffe zur Energiegewinnung bezieht.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus Leben und Arbeiten in den USA.


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