Bankwesen

Wo Sie Ihre Finanzen regeln können

Es gibt drei verschiedene Arten von Banken in Italien: einfache Geschäfts- oder Kreditbanken, genossenschaftliche Banken ( banchi popolari cooperative) und genossenschaftliche Kreditbanken ( banche di credito cooperativo).

Genossenschaftliche Banken wurden in Italien, wie auch in anderen Ländern, eingeführt, um den Kunden Darlehen (vor allem Privatkredite) zu gewähren. Genossenschaftliche Kreditbanken sind ländliche Sparkassen, die von Bauern und Handwerkern gegründet und geführt werden. Diese Banken sind zahlenmäßig am häufigsten (über 500 mal) in Italien vertreten. Diese sind im Durchschnitt aber so klein, dass sie insgesamt nur einen verschwindenden Prozentsatz des gesamten Bankguthabens Italiens ausmachen. Die Banca d’Italia gehört zum öffentlichen Bankensektor und ist die einzige Bank in Italien, die zur Emission von Banknoten berechtigt ist.

In Italien gibt es insgesamt ca. 900 Banken ( banche). Davon sind ca. 200 Großbanken ( grandi), inklusive 50 Zweigstellen von ausländischen Großbanken (die meisten mit Sitz in Rom oder Mailand). Die verbleibenden 700 sind hauptsächlich lokale Banken mit nur sehr wenigen Zweigstellen. Die Gesamtzahl der Banken in Italien geht immer weiter zurück, da viele Einrichtungen fusionieren oder übernommen werden.

Die Banken Banca Nazionale del Lavoro, Cassa di Risparmio, Banca Commerciale Italiana, Banca di Roma, Banco di Napoli und Banco di Sicilia haben Zweigstellen in ganz Italien. Die 10 Top-Banken Italiens halten 35% der gesamten Vermögenswerte des Landes. Creditwest ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Credito Italiano und der British National Westminster Bank und hat ca. 30 Zweigstellen in Rom, Mailand und Neapel. Das Postamt dient für viele Einheimische und Ausländer, die in Italien leben, als Sparkasse (vgl. Deutsche Postbank). Nicht-Staatsangehörigem Italiens ist es jedoch nicht erlaubt dort ein Konto zu eröffnen.

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten sind von Bank zu Bank und von Stadt zu Stadt verschieden. Die allgemeinen Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8.00 Uhr oder 8.30 Uhr bis 13.00 Uhr oder 13.30 Uhr und eine oder eineinhalb Stunden am Nachmittag, z.B. 15.00 Uhr bis 15.30 Uhr. Einige Zweigstellen in Großstädten haben auch samstags von 9.00 Uhr bis mittags geöffnet. An den Tagen vor gesetzlichen Feiertagen öffnen die Banken für gewöhnlich nur morgens. Zweigstellen bzw. Schalter an Flughäfen und Bahnhöfen haben länger geöffnet, dass die Möglichkeit besteht Geld zu wechseln und Reisechecks einzulösen. Zusätzlich gibt es in jeder größeren Stadt Wechselstuben mit ebenfalls längeren Öffnungszeiten.

Gebühren

Italienische Banken erhoben ursprünglich mit die höchsten Gebühren der Welt, wobei diese in den letzten Jahren vermindert wurden. Nichtsdestotrotz sind die Zinssätze, die auch heute noch von einigen Banken gefordert werden, vor allem für Geschäfts- und Verbraucherdarlehen, übermäßig hoch. Auch die Zinsen für Kreditkarten sind sehr hoch. Die Kreditgeber wurden jetzt allerdings dazu verpflichtet ihre höchsten Zinssätze immer zusammen mit dem aktuellen durchschnittlichen Markzinssatz zu veröffentlichen, damit die Konsumenten bessere Vergleiche anstellen können. Also erkundigen Sie sich bei mehreren Banken genau, bevor Sie einen Vertrag unterzeichnen oder ein Darlehen aufnehmen (Banken müssen ihre geforderten Konditionen ebenfalls veröffentlichen).

Das Bankensystem Italiens war ursprünglich eines der am wenigsten erfolgreichen und schwerfälligsten Bankensysteme Europas mit extrem komplizierten und zeitaufwändigen Transaktionen. Dies wurde aber in den vergangenen Jahren durch eine sehr starke Automatisierung nahezu behoben. Italiens Bankensystem ist allerdings auch heute noch europaweit auf den hinteren Plätzen, was Effizienz, Kundenservice und Vielfalt und Qualität von Dienstleistungen betrifft.

Andererseits sind die italienischen Banken sehr sicher, wenn es um die Einlagerung von Vermögen geht, weil das Geld von einem Bankeinlagensicherungsfond ( Fondo Interbancario di Tutela dei Depositi) gedeckt wird. Zweigstellen von EU-Banken, die in Italien tätig sind, können an einem italienischen Einlagensicherungsprogramm teilnehmen und somit ihren Kunden eine weitaus höhere finanzielle Absicherung, als in ihrem Heimatland bieten. Wenn eine Bank aus einem Land außerhalb der EU dazu berechtigt ist in Italien tätig zu sein, muss die Zweigstelle in Italien Mitglied des italienischen Einlagensicherungsprogramms sein, egal ob diese bereits in einen ausländischen Einlagensicherungsplan involviert ist. Der maximale Betrag, der jedem Geldgeber erstattet wird, ist sehr genau festgelegt und beträgt 103.291,38€.


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