Immobilienmakler

Was Sie über Immobilienmakler wissen sollten

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, wo fast alle Immobilien über Makler ( agenzie immobiliari) oder andere Vermittler ( mediatore) veräußert werden, wird in Italien überwiegend privat (direkt zwischen Käufer und Verkäufer) gehandelt, um die hohen Maklergebühren zu sparen.

Um jedoch privat zu kaufen, müssen Sie gut italienisch können oder einen italienischen Vermittler, der englisch oder Ihre Muttersprache spricht, engagieren. Aus diesem Grund bekommen Käufer aus dem Ausland fast nie die schönsten und interessantesten Häuser.

Die meisten italienischen Makler sind lokal organisiert und haben keine Informationen über Immobilien aus anderen Regionen. Der Verkäufer ist also möglicherweise ein Freund oder Verwandter des Maklers, weshalb dann Ihre Interessen vielleicht etwas in den Hintergrund geraten könnten. Es gibt keine landesweiten Auflistungen der verfügbaren Immobilien und meistens hütet jeder Makler seine Liste wie seinen Augapfel. Allerdings arbeiten manche mit ausländischen Maklern zusammen, vor allem wenn es sich um Gebiete handelt, die speziell bei ausländischen Käufern sehr beliebt sind.

Es gibt auch verschiedene nationale Makler-Ketten, unter anderen Gabetti (www.gabetti.it ), Grimaldi (www.grimaldi.net ) und Tecnocasa (www.tecnocasa.it ), die auf Basis des Franchise-Konzeptes Makler in ganz Italien haben. Wenn Sie einen Makler in einer speziellen Stadt oder Umgebung suchen, schauen Sie unter Agenzie Immobiliari in den örtlichen Gelben Seiten. Diese können Sie in großen Bibliotheken vieler Länder oder übers Internet (www.paginegialle.it ) erhalten.
in Rom und Mailand gibt es auch „Immobilienbörsen“, wo Sie Immobilien über Makler kaufen und verkaufen können. Die Käufer können Ihre Kontaktdaten (Name, Adresse, Art der Immobilie, die Sie kaufen oder verkaufen möchten) hinterlassen und die Makler können diese Daten dann abrufen und vermitteln.

Es ist in vielen Ländern, vor allem im Vereinigten Königreich, üblich einen Makler aus seinem eigenen Land zu engagieren, der mit einem oder mehreren Maklern im Ausland zusammenarbeitet, oder beispielsweise einen deutschen Makler in Italien zu engagieren. Italienische Makler sind nicht für Ihre effiziente Arbeitsweise bekannt und Sie bekommen wahrscheinlich von einem deutschen oder einem anderen ausländischen Makler (der entweder englisch oder Ihre Muttersprache spricht) einen besseren Service. Andererseits müssen Sie wahrscheinlich höhere Gebühren zahlen, wenn Sie mit einem ausländischen Makler zusammenarbeiten, da einfach mehr Leute involviert sind. Außerdem könnte es passieren, dass die örtlichen Besitzer die Preise stark anheben, wenn Sie denken, dass vielleicht ein „reicher Ausländer“ (für die italienische Landbevölkerung gelten alle Ausländer als reich) am Kauf ihres Eigentums interessiert ist. In der Vergangenheit war es manchmal schon so, dass die Besitzer und Makler die Preise verdoppelt haben, wenn Sie an Briten verkauft haben. Am besten nehmen Sie sich einen örtlichen Makler oder besser, bitten Sie eine Person aus dem Ort für Sie den Preis auszuhandeln − Sie müssen sich aber sicher sein, dass Sie dieser Person vertrauen können!

Viele italienische Makler werben im Ausland und einige von Ihnen sprechen englisch. Lassen Sie sich also, wenn Sie kein italienisch können, nicht entmutigen. Makler, die englisch sprechen, finden Sie den englischen Gelben Seiten (www.englishyellowpages.it ).

WICHTIGER TIPP:
Egal über wen Sie kaufen, informieren Sie sich im Voraus über den aktuellen regionalen Marktwert der Immobilien, denn es passiert schnell, dass man in beliebten Regionen mehr als das Übliche bezahlt.

Qualifikationen

Es gibt für italienische Immobilienmaklerbüros gesetzliche Regelungen. Makler müssen beruflich qualifiziert und lizenziert sein und eine Haftpflichtversicherung haben. Denn sie verwalten zum Beispiel auch Depots im Auftrag der Käufer und Verkäufer, um zu gewährleisten, dass der Verkäufer nicht mit Ihrem Geld verschwindet.

Um in Italien selbstständig zu arbeiten, muss ein Makler bei der der lokalen Handelskammer ( camera di commercio) registriert sein und als Beweis hierfür ein Zertifikat, ausgestellt vom zuständigen Rathaus, besitzen. Der Makler sollte weiterhin bei folgenden Institutionen registriert sein: Bund italienischer Immobilienmakler (AICI, Via Nerino 5, 20123 Mailand, Tel.: (+39) 02-7201 0974, www.aici-italia.it ), Zusammenschluss von Vermittlern und Maklern (FIMAA, Via Tritone 201, 00187 Rom, Tel.: (+39) 06-6994 2303, www.fimaa.it ) oder beim Verband professioneller Immobilienmakler (FIAIP, Piazzale Flaminio 9, 00195 Rom, Tel.: (+39) 06-321 9798, www.fiaip.it ).

Es gibt viele Makler, die in Italien arbeiten und nicht offiziell registriert sind, und Sie sollten immer nur mit Maklern zusammenarbeiten, die bei einer der oben genannten Institutionen registriert sind (was auf der Website des Maklers unter Elenco Iscritti vermerkt sein sollte).

Einige der britischen Makler, die in Italien arbeiten, sind vielleicht bei der Federation of Overseas Property Developers and Consultants (FOPDAC, Lacey House, St Clare Business Park, Holly Rd, Hampton Hill, Middlesex TW12 1QQ, Tel.: (+44) 020-8941 5588, www.fopdac.com ) registriert, einer Organisation, deren Mitglieder englisch sprechende Makler, Anwälte und andere Experten im Immobilienbereich sind. Es herrschen strenge Auflagen für die Mitglieder und alle sind an einen umfassenden Ethikkodex gebunden.
Die Qualität der Makler bezüglich Effizienz, Engagement und Professionalität variiert stark. Wenn ein Makler sich nicht einmal die Mühe macht herauszufinden, was genau Sie suchen, sollten Sie sich einen anderen suchen.

Gebühren

Die Honorare der Makler ( provvigione) sind oft sehr unterschiedlich (z.B. zwischen 3% und 8%) und werden normalerweise zwischen beiden Parteien, Käufer und Verkäufer, aufgeteilt. Manche verlangen ein Fixum von beispielsweise 2.000€ für Immobilien bis 50.000€ und einem Maximum von 12.000€ bei Objekten bis zu 300.000€. Desto billiger das Haus oder die Wohnung, desto höher ist der Prozentsatz des Kaufpreises, der als Gebühr bezahlt werden muss. Die teuersten Honorare sind allerdings verhandelbar.

Informieren Sie sich im Voraus, wie viel Sie zusätzlich zum Kaufpreis des Hauses (abgesehen von den übrigen Gebühren und Steuern, die Sie in Italien beim Kauf eines Eigenheims bezahlen müssen) an Maklergebühren bezahlen müssen, und wann der Betrag fällig wird. Überprüfen Sie ebenfalls, ob der Makler Gebühren für eine weitere Besichtigung oder Ähnliches berechnet.

Ein Teil der Gebühren für den Makler fällt möglicherweise bei der Unterzeichnung des vorläufigen Kaufvertrags an. Sie sollten sich versichern, dass Sie Ihr Geld zurückbekommen, falls irgendetwas schief läuft und Sie das Haus nicht kaufen.

Viele ausländische Makler arbeiten mit italienischen Maklern zusammen und teilen sich das Honorar, sodass der Käufer nicht mehr bezahlen muss, wenn er einen ausländischen Makler engagiert.


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