Eigentumsübertragung

Was ist das und was bringt sie mit sich?

Die Eigentumsübertragung ( practica) ist der rechtliche Ausdruck für allen Papierkram, der mit dem Kauf und Verkauf von Immobilien und der Übertragung der Eigentümerschaft zu tun hat.

Die Eigentumsübertragung ist im italienischen Rechtssystem sehr streng geregelt und kann nur durch einen Notar ( notaio), ein qualifizierter Rechtsvertreter des Staates, vorgenommen werden. Ein Notar ist gegenüber den lokalen Behörden für die Registrierung von Grundstücks- und Immobilienübertragungen im örtlichen Grundbuch ( catasto) zuständig. Er (es sind meistens Männer) muss eine bestimme Vorgehensweise befolgen und eine Berufshaftpflichtversicherung haben, die für mögliche Fehler gegenüber seinen Kunden haftet.

Ein Notar ist weder auf der Seite des Verkäufers noch auf der Seite des Käufers, er repräsentiert den italienischen Staat.

Ein Notar wird nicht zwangsweise ihre Interessen schützen oder vertreten und Sie sollten deshalb einen eigenen Anwalt engagieren um sicherzustellen, dass alles zu ihrer Zufriedenheit geregelt wird.
Es gibt zwei Hauptfälle, bei denen ein Notar beim Immobilienkauf notwendig wird. Erstens bei der Unterschrift des Vorvertrages ( compromesso di vendita), wo ein Notar nicht unbedingt anwesend sein muss. Zweitens bei der Vollendung, z.B. bei der Unterschrift des eigentlichen Kaufvertrags ( rigoto), der in Anwesenheit eines Notars unterzeichnet werden muss. Der Notar ist dafür verantwortlich, dass der Kaufvertrag korrekt ist und dass der Kaufpreis an den Verkäufer bezahlt wird. Er bezeugt auch die Vertragsunterschrift, organisiert die Registrierung (im Namen des neuen Besitzers) auf dem Grundbuchamt ( catasto) und kümmert sich um anfallende Steuern und Gebühren. Der Notar ist jedoch weder für die Genauigkeit der im Vertrag vorhandenen Klauseln verantwortlich, noch kann er Sie vor Betrügereien schützen.

Erwarten Sie nicht, dass der Notar Englisch oder irgendeine andere Sprache außer Italienisch spricht oder Ihnen die Feinheiten des Italienischen Immobilienrechts erklärt. Ein Notar wird in den seltensten Fällen mögliche Fallen benennen, die in einem Vertrag enthalten sein können, noch wird er seinen Rat anbieten oder freiwillig Informationen freigeben.
Der Notar sollte folgendes überprüfen (dies soll keine definitive Liste sein):

Wenn Sie ein unter Denkmalschutz stehende Gebäude ( beni cultural) erwerben, von denen es in Italien tausende gibt, sollte der Notar prüfen, ob der Staat von seinem Vorkaufsrecht ( dritto di prelazione) Gebrauch machen will. Er sollte beantragen, das Grundstück verwalten zu dürfen, nachdem der Vorvertrag unterzeichnet wurde. Der Staat hat dann 60 Tage Zeit von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen. Sollte dies passieren, wird der Vorvertrag nichtig und der Besitzer muss die Anzahlung zurückzahlen. Der Notar sollte auch checken, ob es irgendwelche Auflagen über den Gebrauch oder zukünftige Verkäufe der Immobilie gibt. Fragen sie ihren Anwalt ob diese beiden Dinge getan worden sind.

Sollten irgendwelche Restaurationsarbeiten oder irgendwelche Änderungen illegal am Haus selbst vorgenommen worden sein, besteht die Möglichkeit, dass es vom Staat konfisziert wird.

Sie oder Ihr Anwalt sollten Folgendes tun:


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