Der amerikanische Wohnungsmarkt

Wie findet man eine geeignete Wohnung?

Neben einem Blick in die Lokalzeitung lohnt sich auch der Weg zu apartment search Agenturen, die eine Liste der meisten verfügbaren Wohnungen haben und Ihnen bei der Suche nach geeignetem Wohnraum hilfreich zur Seite stehen. Für Wohnungssuchende ist dieser Service in der Regel kostenlos.

Das Internet ist ebenfalls ein hervorragendes Werkzeug zur Wohnungssuche. Hier kann man sich auf Websites wie ►www.apartments.com über die Angebote und Preise tausender Wohnungskomplexe in den USA informieren und bei Interesse Kontakt mit den Anbietern aufnehmen. Außerdem kann man so schon vorab herausfinden, ob ein Vermieter (landlord) Haustiere erlaubt, was oft nicht der Fall ist. Katzen und kleine Hunde werden im Allgemeinen eher geduldet als größere oder mehrere Hunde. Mieterkommentare zu vielen Apartmentkomplexen können Sie auf ►www.aptratings.com lesen.

Als weitere Methode der Wohnungssuche könnte man mit dem Auto herumfahren und nach Schildern mit der Aufschrift »For Rent« Ausschau halten. Achten Sie auch einmal in den Eingangsbereichen der Supermärkte auf kostenlose Broschüren mit dem Titel »Apartments«. Diese beinhalten Werbungen zahlreicher Apartment-Komplexe mit Bildern und Beschreibungen.

Eine hervorragende Adresse, um privat vermieteten Wohnraum zu finden, ist: ►www.craigslist.org

Fast alle Apartment-Komplexe haben ein Vermietungsbüro (rental office) vor Ort, das in der Regel von Montag bis Samstag geöffnet ist. Die Mitarbeiter dort geben Auskunft über verfügbare Wohnungen, die sie potenziellen Mietern gerne zeigen. Dabei weisen sie gewöhnlich auch auf die anderen Vorzüge ihres Komplexes hin, z.B. den Fitnessraum, den Swimmingpool und den Tennisplatz. Davon sollte man sich aber nicht sonderlich beeindrucken lassen, da diese Einrichtungen vielerorts zum Standard gehören. Vielmehr sollte man sich auf den eigentlichen Wohnraum konzentrieren.

  1. Wohnungen, dieim Erdgeschossliegen, sind 1st floor (oder ground floor) apartments, darüber befindet sich der 2nd floor usw.
  2. Einraumwohnungen mit kleiner Küche und kleinem Bad werden als studio apartment bezeichnet.
  3. Kleine, unter Umständen möblierte (furnished) Wohnungen mit Küchenecke (kitchenette) und kleinem Badezimmer werden efficiency apartments genannt. Diese Wohnungen gibt es in erster Linie in Städten mit sehr hohen Mieten.
  4. Die meisten Wohnungen haben jedoch ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer (one-bedroom-apartments) oder zwei Schlafzimmer (two-bedroom-apartments). Letztere sind nicht selten mit zwei Badezimmern ausgestattet. Im Schlafzimmer gibt es oft eine angeschlossene Kleiderkammer (walk-in closet).
  5. Amerikanische Mietwohnungen haben in der Regel keinen Keller.
  6. Viele Wohnungen haben jedoch eine kleine Abstellkammer (storage room).
  7. Wenn man nicht ständig zum Waschsalon (laundromat) fahren möchte, sollte man darauf achten, dass die Wohnung (oder zumindest das Gebäude) einen Waschautomaten (washer) und einen Trockner (dryer) hat. In manchen Wohnungen gibt es zwar keine Maschinen, jedoch ist ein entsprechender Platz mit Anschlüssen (washer + dryer hook-ups) vorhanden. Die Maschinen muss man dann selbst kaufen.
  8. Eine Einbauküche mit Kühlschrank (fridge), Geschirrspüler (dishwasher) und Mikrowelle (microwave) gibt es in jeder akzeptablen Wohnung, ebenso eine Klimaanlage (air conditioning).
  9. Die Deckenlampen sind ebenfalls fast immer schon vorhanden und nicht selten mit einem Deckenventilator (ceiling fan) kombiniert.
  10. Oft gibt es überdachte Außenparkplätze (carports) oder Parkmöglichkeiten im Keller (underground parking). Am Alter und Zustand der geparkten Autos kann man oft erkennen, was man für Nachbarn haben wird. Viele alte Autos lassen darauf schließen, dass es sich um Angehörige unterer Einkommensschichten handelt. Neue Fahrzeuge bedeuten, dass dort Leute mit besseren Jobs wohnen, die sich jedoch noch kein eigenes Haus leisten können oder wollen. Der Preisunterschied zwischen den Wohngebieten beträgt oft nur wenige hundert Dollar, wobei es in den zuerst genannten Gegenden eher problematische (z.B. laute) Nachbarn geben könnte. Hier sollte man nicht am falschen Ende sparen.

Bei der Auswahl der Wohnung sollte man sich immer vom eigenen Verstand leiten lassen. Selbst wenn man sie gezielt danach fragt, würden die Vermieter nie zugeben, dass es möglicherweise Probleme in ihrem Komplex gibt.

Nachdem man sich für eine bestimmte Wohnung entschieden hat, füllt man ein Antragsformular (application form) aus. Darauf gibt man Auskunft zur Person, wie z.B. Arbeitsstelle, Einkommen, bisherige Wohnorte und die Sozialversicherungsnummer (Social Security Number), die man nach Möglichkeit schon haben sollte.

Hat man bereits in Amerika gelebt, dann ist das alles kein Problem. Nachdem der zukünftige Vermieter die Angaben und die Kreditvergangenheit (credit history) der Antragsteller geprüft hat und überzeugt ist, zuverlässige Mieter zu bekommen, erhalten diese nach zwei bis drei Tagen Bescheid.

Für Neuankömmlinge in Amerika, die sich noch keine Kreditvergangenheit durch das regelmäßige Bezahlen von Rechnungen und Krediten aufgebaut haben, kann das Ganze problematischer werden. Es gilt dann, den Vermieter davon zu überzeugen, dass man seine Miete immer bezahlen kann. Der Nachweis eines Arbeitsplatzes und Einkommens, eine Bürgschaft durch amerikanische Verwandte oder Freunde und das Entrichten einer höheren Kaution (security deposit) schaffen hier im günstigen Fall Abhilfe.

Allerdings kann man auch auf Vermieter stoßen, die sich darauf nicht einlassen werden. Dann muss man es woanders versuchen, z.B. bei Privatleuten, die nur einzelne Wohnungen oder Häuser vermieten und für die Formalitäten wie die Sozialversicherungsnummer und die Kreditvergangenheit nicht so wichtig sind.

Eine günstige Alternative zu einem teuren Hotelaufenthalt während der Zeit der Wohnungssuche ist das wochenweise Mieten von möblierten Einraumwohnungen in sogenanntenextended stay hotels. Das ist zwar teurer als eine richtige Wohnung, aber billiger als ein Hotelzimmer. Zudem hat man so eine eigene Küche. Verzeichnisse derartiger Hotels gibt es im Internet unter ►www.extendedstayhotels.com und ►www.extendedstaynetwork.com.

Im Falle einer Einigung mit dem Vermieter wird in der Regel ein Mietvertrag (lease) für ein Jahr abgeschlossen. Auf einen kürzeren Mietzeitraum (short-term lease), insbesondere auf eine month-to-month lease, die Ihnen maximale Flexibilität bietet, lassen sich nur relativ wenige Vermieter ein.

Wer ein Haustier (pet) hat, muss in der Regel einen kleinen monatlichen Aufpreis zur Miete (pet fee) bezahlen.

Der Mietpreis schließt oft die Wasserkosten mit ein. Strom, Gas, Telefon und Kabelfernsehen muss man selbst bei den entsprechenden Versorgern (utilities) anmelden. Der Vermieter hat normalerweise eine Liste mit den entsprechenden Telefonnummern. Manchmal ist die Grundversorgung mit Kabelfernsehen und Internet ebenfalls im Mietpreis inbegriffen.

Die Miete wird monatlich per Scheck bezahlt, einige Vermieter akzeptieren mittlerweile auch Kreditkarten. Wer beim Abschluss des Mietvertrages noch kein Konto hat, kann mit einemcashier’s checkbezahlen, den man bei jeder Bank bekommt.

Auch die Kaution muss bei der Unterzeichnung des Vertrages entrichtet werden. Die Kaution beträgt in der Regel weniger als eine Monatsmiete und wird vom Vermieter zur etwaigen Begleichung von Schäden bzw. Verschmutzung nach dem Auszug verrechnet. Haustierbesitzer zahlen oft noch eine spezielle zusätzliche Kaution (pet deposit). Eine Banküberweisung (direct deposit) als Zahlungsmethode für die Miete ist in den USA in der Regel (noch) nicht üblich.

Der Vermieter lässt die Wohnung normalerweise vor dem Einzug neuer Mieter frisch streichen. Auch der Teppichboden wird gründlich gereinigt oder neu verlegt. Beim Einzug bekommt der Mieter eine Liste, auf der eventuelle Mängel eingetragen werden müssen.

Achten Sie besonders darauf, dass der Rauchmelder (smoke detector) und der Kohlenmonoxidmelder (carbon monoxide detector) einsatzbereit sind, dass die Fliegengitter (screens), die in den USA zur Standardausrüstung jeder Wohnung gehören, vor allen Fenstern in Ordnung sind und dass alle Lichter (lights), alle Steckdosen (outlets) sowie alle elektrischen Geräte und die Klimaanlage bzw. Heizung funktionieren. Der Vermieter veranlasst bei Bedarf die notwendigen Reparaturen.

Um sich gegen den Verlust Ihres Hausrats durch Diebstahl, Feuer und dergleichen zu versichern, sollten Sie einerenter’s insuranceabschließen. Diese Versicherung ist nicht teuer und kann oft preisgünstig zusammen mit der Autoversicherung (automotive insurance) abgeschlossen werden.

Auszug aus: Kai Blum: Alltag in Amerika. Leben und arbeiten in den USA, ISBN 978-3-943176-14-8

This article has been submitted by CONBOOK Verlag 


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