Einzug

So richten Sie Ihre Wohnung in England ein

Wer bereits einige Male zu Gast bei englischen Familien gewesen ist, wird festgestellt haben, dass im United Kingdom drei Arten von Wohnungseinrichtungen vorherrschen, die sich mit nur geringen Abweichungen wiederholen.

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Da sind einmal jene Wohlhabenden, die ihre Häuser mit antikem, wertvollem Mobiliar bestückt haben, meist aus vorväterlicher Erbmasse und mit der Patina der guten alten Zeit versehen. Die Decke zieren schwarze Holzbalken, in den Tudor-Kaminen liegt dekorativ verkohltes Feuerholz aus dem frühen 19. Jahrhundert, auf dem Küchentisch (George III.) steht altes Spode-Porzellan neben chinesischem, das vielleicht schon der Herzog von Wellington in seinem Hauptquartier vor Waterloo benutzt hat.

Eine andere Kategorie hat die gleiche Sehnsucht nach nostalgischer Lebensform, erfüllt sie sich jedoch mit pseudo- und neo-antiken Stücken. Eine prosperierende Industrie versorgt diese Traditionalisten mit unendlich vielen Gegenständen »nach Art der alten Zeit«, mit denen sich ein Heim bis unter die Decke füllen lässt. Antiquitätengeschäfte in aller Welt sind ebenfalls dankbare Abnehmer für diese dekorativen, meist in Fernost hergestellten Replikate aus Holz und Messing.

Die dritte Gruppe schließlich verzichtet auf all den britischen »Heritage-Barock« und richtet sich modern ein – oder vielmehr in der Art, wie wir Kontinentaleuropäer es vor dreißig Jahren als modern bezeichnet hätten. Übrigens findet man in vielen Klein­stadthotels diese oft unglaublich hässlichen Wohnlandschaften. Auf den Gesimsen mischen sich hier liebevoll gestickte, kunstvoll gedrechselte, massenhaft gedruckte und raffiniert geflochtene Souvenirs von Lourdes, Andermatt und Salzburg unter solche von Brighton, Bath und Blackpool. Auch Flohmarkt­beschicker leben von solchen Kunden.

Zur Ehrenrettung nicht zuletzt auch der englischen Innen­architekten und Möbeldesigner wäre noch eine vierte Gruppe von Inselbewohnern zu nennen. Ihnen gebricht es weder an Ge­schmack noch an den finanziellen Mitteln, ihre Heime so auszu­statten, wie es die Blätter Country Homes oder Period Living so gern zeigen. Denn die Gilde der Möbel- und Interieurdesigner in England hat sehr viel mehr zu bieten als Plüschsessel, künstliche Kaminfeuer und viktorianischen Flohmarkt-Schnickschnack. Wohnungsausstatter wie Watts & Wright, Robinson & Cornish, The Bronte Furniture Co. oder Jonathan Avery verstehen es ausgezeichnet, alte Stilelemente mit zeitgenössischen zu kombinieren und einer Wohnung jenen unnachahmlichen Land­haus-Charme zu verleihen, wie man ihn unter klassisch-eng­lischem Ambiente nur verstehen kann. Ihre Kataloge sind eine einzige Verführung (wobei anzumerken wäre, dass sich die Einrichtungsbranche zunehmend auf die Angabe aller Maße in Zentimetern statt Zoll umstellt).

Englisches Möbelangebot

Natürlich findet der Liebhaber antiken Mobiliars in England ein sehr großes Angebot feiner Stücke, originale wie exzellent imitierte, in allen Preislagen und Stilrichtungen. Und keineswegs nur made in Hong Kong. Aber auch das Angebot an guten Polstermöbeln, vornehmlich in Leder, ist in England sehr groß. Es wäre unsinnig, solche Möbel aus Deutschland herüberzubringen.

Die Engländer legen gern jeden Wohn- und Schlafraum mit Teppichware aus, auch Badezimmer. Entsprechend umfangreich ist das Angebot an Auslegeware, selbst in kleineren Einrichtungs­geschäften. Apropos Bad: Mischbatterien für warmes und kaltes Wasser sind weniger üblich, meist hat man separate Hähne. Und überall naturbelassenes Holz, an den Wänden, an der Decke.

Elektrogeräte sollte man ausschließlich in England kaufen. Schon wegen der dreipoligen Stecker. Im übrigen unterscheiden sich auch das Verlegen von Leitungen und das System der Schalter, mit denen man die Stromzufuhr zu einer Steckdose individuell unterbricht, von allem, was wir auf dem Kontinent gewöhnt sind. Lampen: Viele Glühlampen haben eine Bajonettfassung.

Heizungen in England

Doppelt verglaste Fenster kennt man noch nicht allzu lange. Die üblichen, vertikal zu öffnenden Schiebefenster älterer Bauart sind oft zugig, haben dadurch aber den Vorteil einer permanenten Luft­zirkulation.

Geheizt wird in England vorzugsweise mit Ferngas und elektrischem Strom. Ein Sechszimmer-Einfamilienhaus verbraucht durchschnittlich 390 kW pro Jahr (die Kilowattstunde kostet ca. 1,4 pence), die Grundgebühr ( standing charge) beläuft sich im Schnitt auf £26 im Jahr. Haushaltsstrom wird in der Regel mit 12 pence pro Tag und 6 pence pro kW/h berechnet. In allen Energiepreisen sind 5 Prozent VAT (Mehrwertsteuer) enthalten. Den Markt teilen sich eine Vielzahl von Energielieferanten wie MANWEB, East Mid­lands, Seeboard, Southern Electric, Swalec, SWEB und andere.

Der Wasserverbrauch wird nach Gewicht abgerechnet. Anfang 2000 kostete in Südengland 1 lb (knapp 460 g) Wasser 0,31 pence, Toilettenwasser 0,27 pence. Das entspricht einem Kubik­meterpreis von ca. 9 bzw. 10 Euro.

Ein eigenes Haus ist in England gleichbedeutend mit einem Stück Garten dazu. Ganz gleich, welche Dimensionen er aufweist: Er verlangt Liebe und Fürsorge rund ums Jahr. Das Thema gardening wird in England sehr groß geschrieben, woraus sich auch die im­mense Zahl an Baumschulen, Gärtnereien, Garten-Centers und Spezialgeschäfte für Gartengeräte erklärt. Nicht zuletzt gilt des Engländers Leidenschaft auch dem conservatory, dem Winter­garten, der bei einem Haus auf dem Lande keinesfalls fehlen darf. Konfektionierte Gebilde unterschiedlichster Stilrichtungen werden in allen Preislagen angeboten.

Da sind einmal jene Wohlhabenden, die ihre Häuser mit antikem, wertvollem Mobiliar bestückt haben, meist aus vorväterlicher Erbmasse und mit der Patina der guten alten Zeit versehen. Die Decke zieren schwarze Holzbalken, in den Tudor-Kaminen liegt dekorativ verkohltes Feuerholz aus dem frühen 19. Jahrhundert, auf dem Küchentisch (George III.) steht altes Spode-Porzellan neben chinesischem, das vielleicht schon der Herzog von Wellington in seinem Hauptquartier vor Waterloo benutzt hat.

Eine andere Kategorie hat die gleiche Sehnsucht nach nostalgischer Lebensform, erfüllt sie sich jedoch mit pseudo- und neo-antiken Stücken. Eine prosperierende Industrie versorgt diese Traditionalisten mit unendlich vielen Gegenständen »nach Art der alten Zeit«, mit denen sich ein Heim bis unter die Decke füllen lässt. Antiquitätengeschäfte in aller Welt sind ebenfalls dankbare Abnehmer für diese dekorativen, meist in Fernost hergestellten Replikate aus Holz und Messing.

Die dritte Gruppe schließlich verzichtet auf all den britischen »Heritage-Barock« und richtet sich modern ein – oder vielmehr in der Art, wie wir Kontinentaleuropäer es vor dreißig Jahren als modern bezeichnet hätten. Übrigens findet man in vielen Klein­stadthotels diese oft unglaublich hässlichen Wohnlandschaften. Auf den Gesimsen mischen sich hier liebevoll gestickte, kunstvoll gedrechselte, massenhaft gedruckte und raffiniert geflochtene Souvenirs von Lourdes, Andermatt und Salzburg unter solche von Brighton, Bath und Blackpool. Auch Flohmarkt­beschicker leben von solchen Kunden.

Zur Ehrenrettung nicht zuletzt auch der englischen Innen­architekten und Möbeldesigner wäre noch eine vierte Gruppe von Inselbewohnern zu nennen. Ihnen gebricht es weder an Ge­schmack noch an den finanziellen Mitteln, ihre Heime so auszu­statten, wie es die Blätter Country Homes oder Period Living so gern zeigen. Denn die Gilde der Möbel- und Interieurdesigner in England hat sehr viel mehr zu bieten als Plüschsessel, künstliche Kaminfeuer und viktorianischen Flohmarkt-Schnickschnack. Wohnungsausstatter wie Watts & Wright, Robinson & Cornish, The Bronte Furniture Co. oder Jonathan Avery verstehen es ausgezeichnet, alte Stilelemente mit zeitgenössischen zu kombinieren und einer Wohnung jenen unnachahmlichen Land­haus-Charme zu verleihen, wie man ihn unter klassisch-eng­lischem Ambiente nur verstehen kann. Ihre Kataloge sind eine einzige Verführung (wobei anzumerken wäre, dass sich die Einrichtungsbranche zunehmend auf die Angabe aller Maße in Zentimetern statt Zoll umstellt).

Englisches Möbelangebot

Natürlich findet der Liebhaber antiken Mobiliars in England ein sehr großes Angebot feiner Stücke, originale wie exzellent imitierte, in allen Preislagen und Stilrichtungen. Und keineswegs nur made in Hong Kong. Aber auch das Angebot an guten Polstermöbeln, vornehmlich in Leder, ist in England sehr groß. Es wäre unsinnig, solche Möbel aus Deutschland herüberzubringen.

Die Engländer legen gern jeden Wohn- und Schlafraum mit Teppichware aus, auch Badezimmer. Entsprechend umfangreich ist das Angebot an Auslegeware, selbst in kleineren Einrichtungs­geschäften. Apropos Bad: Mischbatterien für warmes und kaltes Wasser sind weniger üblich, meist hat man separate Hähne. Und überall naturbelassenes Holz, an den Wänden, an der Decke.

Elektrogeräte sollte man ausschließlich in England kaufen. Schon wegen der dreipoligen Stecker. Im übrigen unterscheiden sich auch das Verlegen von Leitungen und das System der Schalter, mit denen man die Stromzufuhr zu einer Steckdose individuell unterbricht, von allem, was wir auf dem Kontinent gewöhnt sind. Lampen: Viele Glühlampen haben eine Bajonettfassung.

Heizungen in England

Doppelt verglaste Fenster kennt man noch nicht allzu lange. Die üblichen, vertikal zu öffnenden Schiebefenster älterer Bauart sind oft zugig, haben dadurch aber den Vorteil einer permanenten Luft­zirkulation.

Geheizt wird in England vorzugsweise mit Ferngas und elektrischem Strom. Ein Sechszimmer-Einfamilienhaus verbraucht durchschnittlich 390 kW pro Jahr (die Kilowattstunde kostet ca. 1,4 pence), die Grundgebühr ( standing charge) beläuft sich im Schnitt auf £26 im Jahr. Haushaltsstrom wird in der Regel mit 12 pence pro Tag und 6 pence pro kW/h berechnet. In allen Energiepreisen sind 5 Prozent VAT (Mehrwertsteuer) enthalten. Den Markt teilen sich eine Vielzahl von Energielieferanten wie MANWEB, East Mid­lands, Seeboard, Southern Electric, Swalec, SWEB und andere.

Der Wasserverbrauch wird nach Gewicht abgerechnet. Anfang 2000 kostete in Südengland 1 lb (knapp 460 g) Wasser 0,31 pence, Toilettenwasser 0,27 pence. Das entspricht einem Kubik­meterpreis von ca. 9 bzw. 10 Euro.

Ein eigenes Haus ist in England gleichbedeutend mit einem Stück Garten dazu. Ganz gleich, welche Dimensionen er aufweist: Er verlangt Liebe und Fürsorge rund ums Jahr. Das Thema gardening wird in England sehr groß geschrieben, woraus sich auch die im­mense Zahl an Baumschulen, Gärtnereien, Garten-Centers und Spezialgeschäfte für Gartengeräte erklärt. Nicht zuletzt gilt des Engländers Leidenschaft auch dem conservatory, dem Winter­garten, der bei einem Haus auf dem Lande keinesfalls fehlen darf. Konfektionierte Gebilde unterschiedlichster Stilrichtungen werden in allen Preislagen angeboten.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus Leben und Arbeiten in England.

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