Arm und reich

Die Einkommensverteilung in England

Das wohlhabende Bürgertum, der hohe und der niedere Adel (nobility and gentry) genießt in England wie nirgendwo sonst in Europa eine Immunität besonderer Art.

Arm und reich

Niemand neidet den Honourables und Lordschaften ihren Reichtum, der ihnen ja auch einige Sorgen bereiten kann, vor allem dann, wenn er auf die nächste Generation übergeht. Die Höhe der Erbschaftssteuer ist die größte Bürde der britischen Aristokratie.

Ganz gleich, ob Adel oder Bürgertum: Wo in England Geld ist, das denen, die es besitzen, die Ausübung eines Berufs (in herkömmlicher Definition) erspart – da ist meist viel Geld, auch nach Abzug der Steuern. Die häufig geäußerte Annahme, dass alle reich geborenen Engländer grundsätzlich keiner sinnvollen Tätigkeit nachgingen, stimmt jedoch nicht. Viele von ihnen haben in der Wissenschaft, in der Politik, im Geschäftsleben oder in der Literatur herausragende Leistungen vollbracht. Vor allem aber müssen sie heutzutage die Dienste cleverer Finanzberater in Anspruch nehmen, wenn sie ihr ererbtes Besitztum über die Runden bringen wollen.

Adel und Bürgertum

Adel und Bürgertum sind sich nach dem Zweiten Weltkrieg sehr viel näher gekommen, nicht zuletzt durch die Schulen, die ihre Kinder gemeinsam besuchen. Die politische Elitebildung ist zwar längst kein Privileg der berühmten Bildungsghettos wie Harrow oder Eton mehr, doch lässt die Qualität des Unterrichts an öffentlichen Schulen manchmal einiges zu wünschen übrig. Nicht zuletzt aus diesem Grund schicken viele Eltern ihre Sprösslinge auf eine Boarding School (Internat), weil sie der Überzeugung sind, dass die Erziehung dort besser sei.

Das Bürgertum oder, moderner ausgedrückt, der Mittelstand in England darf in vieler Hinsicht als weniger anspruchsvoll im Vergleich zum Mittelstand in Deutschland gelten. Die schon aus gesellschaftlichen Zwängen alljährlich gebuchte Fernreise in die Tropen, die Vollausstattung aller Kinderzimmer mit elektronischem Spielzeug oder die High-Tech-Küche mit Induktionskochplatte sind in England kein Thema. Weiter vorn rangieren dafür das eigene Häuschen mit Garten, zwei Dutzend Flaschen australischen Weißweins in der Garage und die Mitgliedschaft im Croquet-Club oder in einem karitativ tätigen Gemeindezirkel.

In England ist man stolz darauf, die Arbeitslosenzahl kontinuierlich abgebaut zu haben. Doch die Ankündigung etlicher Mega­konzerne, in absehbarer Zeit viele Tausend Arbeitsplätze einzu­sparen, lässt einen Wiederanstieg der Kurve befürchten. Als Industrienation unterliegt das Land den gleichen Kriterien, wie sie im übrigen Westeuropa gelten, und so nimmt die Orientierung zum Handel und zur Intensivierung aller Dienstleistungsangebote eine immer stärkere Ausprägung an.

Wo es sehr wohlhabende Menschen gibt, akzentuiert sich Mittel­losigkeit um so stärker. Armut und Entbehrung definieren sich in England aber anders als in Deutschland, weil es unterschiedliche soziale Strukturen gibt sowie eine immense Zahl von kleinen und großen Benefiz-Institutionen ( charity funds), die in Not Geratenen helfen.

Niemand neidet den Honourables und Lordschaften ihren Reichtum, der ihnen ja auch einige Sorgen bereiten kann, vor allem dann, wenn er auf die nächste Generation übergeht. Die Höhe der Erbschaftssteuer ist die größte Bürde der britischen Aristokratie.

Ganz gleich, ob Adel oder Bürgertum: Wo in England Geld ist, das denen, die es besitzen, die Ausübung eines Berufs (in herkömmlicher Definition) erspart – da ist meist viel Geld, auch nach Abzug der Steuern. Die häufig geäußerte Annahme, dass alle reich geborenen Engländer grundsätzlich keiner sinnvollen Tätigkeit nachgingen, stimmt jedoch nicht. Viele von ihnen haben in der Wissenschaft, in der Politik, im Geschäftsleben oder in der Literatur herausragende Leistungen vollbracht. Vor allem aber müssen sie heutzutage die Dienste cleverer Finanzberater in Anspruch nehmen, wenn sie ihr ererbtes Besitztum über die Runden bringen wollen.

Adel und Bürgertum

Adel und Bürgertum sind sich nach dem Zweiten Weltkrieg sehr viel näher gekommen, nicht zuletzt durch die Schulen, die ihre Kinder gemeinsam besuchen. Die politische Elitebildung ist zwar längst kein Privileg der berühmten Bildungsghettos wie Harrow oder Eton mehr, doch lässt die Qualität des Unterrichts an öffentlichen Schulen manchmal einiges zu wünschen übrig. Nicht zuletzt aus diesem Grund schicken viele Eltern ihre Sprösslinge auf eine Boarding School (Internat), weil sie der Überzeugung sind, dass die Erziehung dort besser sei.

Das Bürgertum oder, moderner ausgedrückt, der Mittelstand in England darf in vieler Hinsicht als weniger anspruchsvoll im Vergleich zum Mittelstand in Deutschland gelten. Die schon aus gesellschaftlichen Zwängen alljährlich gebuchte Fernreise in die Tropen, die Vollausstattung aller Kinderzimmer mit elektronischem Spielzeug oder die High-Tech-Küche mit Induktionskochplatte sind in England kein Thema. Weiter vorn rangieren dafür das eigene Häuschen mit Garten, zwei Dutzend Flaschen australischen Weißweins in der Garage und die Mitgliedschaft im Croquet-Club oder in einem karitativ tätigen Gemeindezirkel.

In England ist man stolz darauf, die Arbeitslosenzahl kontinuierlich abgebaut zu haben. Doch die Ankündigung etlicher Mega­konzerne, in absehbarer Zeit viele Tausend Arbeitsplätze einzu­sparen, lässt einen Wiederanstieg der Kurve befürchten. Als Industrienation unterliegt das Land den gleichen Kriterien, wie sie im übrigen Westeuropa gelten, und so nimmt die Orientierung zum Handel und zur Intensivierung aller Dienstleistungsangebote eine immer stärkere Ausprägung an.

Wo es sehr wohlhabende Menschen gibt, akzentuiert sich Mittel­losigkeit um so stärker. Armut und Entbehrung definieren sich in England aber anders als in Deutschland, weil es unterschiedliche soziale Strukturen gibt sowie eine immense Zahl von kleinen und großen Benefiz-Institutionen ( charity funds), die in Not Geratenen helfen.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus Leben und Arbeiten in England.

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