Kulturelle Tipps

So machen Sie sich spanische Freunde

Wer neu nach Spanien kommt, muss sich erst einmal an einige ungewohnte Umgangsregeln gewöhnen. Die folgenden Tipps zum Umgang mit den Spaniern sollen Ihnen helfen, sich schneller einzuleben.

Kulturelle Tipps

Zur Begrüßung

Reichen Sie zur Begrüßung und zum Abschied jedem An­wesenden die Hand und halten Sie Blickkontakt! Innerhalb des Freundes- und Familienkreises umarmen sich Männer zur Begrüßung. Frauen küssen sich auf die Wange und umarmen sich. Manchmal kann man beobachten, wie berufstätige Frauen auch enge männliche Kollegen auf diese Art begrüßen. Spanier sind eigentlich immer auf der Suche nach dem nächsten Schwatz.

Wenn man Bekannte oder Nachbarn zufällig trifft, sich aber nur kurz grüßen will, sagt man nicht hola, denn das wäre eine Einladung zu einem kleine Plausch. Wenn Sie schnell weitergehen wollen, sagen sie als Gruß lediglich Adios oder Hasta luego!

Die Anrede

Wenn Sie sich unsicher sind, benutzen Sie formell das Sie ( usted), bis Ihnen das Du angeboten wird. Generell greifen die Spanier schnell zum Du. Selbst unter Kollegen hört man oft das Du. Auch unter Gleichaltrigen können Sie getrost zum Du greifen. Verübelt wird es Ihnen sicherlich nicht. In Spanien ist das Sie eher ein Ausdruck von Respekt und keine Höflichkeitsfloskel. Titel verwendet man in Spanien lediglich bei Würdenträgern.

Im Gespräch mit einem Spanier

Stellen Sie sich darauf ein, in Spanien Spanisch zu sprechen! Die meisten Spanier sprechen nicht gern Englisch. Sie sind viel zu stolz auf ihre eigene Sprache. Darüber hinaus ist ihr Englisch meist nicht sehr gut. Spanier stehen beim Reden grundsätzlich sehr dicht beieinander. Rechnen Sie damit, dass Spanier ihnen oft ins Wort fallen. In Spanien zeugt das nicht von einer schlechten Kinder­stube, sondern signalisiert Interesse und Aufmerksamkeit.

Unschöne Wahrheiten hören Spanier nur ungern. Tasten Sie sich behutsam vor und platzen Sie nie mit der Tür ins Haus! Seien Sie selber auch auf der Hut, denn negative Dinge werden von Spaniern gern unter den Teppich gekehrt. Üben Sie sich darin, zwischen den Zeilen zu lesen!

Ihr Charakter ist das Maß für den Respekt, den man Ihnen in Spanien entgegenbringt. Betonen Sie berufliche Erfahrungen und Erfolge nicht zu sehr! Messen Sie auch nicht alles in Spanien mit mitteleuropäischem Maß!

Willkommene Gesprächsthemen:

  • Ihr Heimatland
  • Ihre Reisen, vor Allem die nach Spanien
  • Spanische Kunst und Architektur, Geschichte vor dem 20. Jahrhundert
  • Spanische Traditionen wie Flamenco
  • Spanischer Wein und Sherry
  • Sport, vor allem Fußball
  • Stierkampf, wenn Sie Meinung und Begeisterung des Gegenübers teilen
  • Politik (aber vorsichtig und nur, wenn Sie wissen, worüber Sie reden)
  • Familie, vor allem die Kinder

Schlechte Gesprächsthemen:

  • Stierkämpfe, wenn Sie die Kontroversen diskutieren wollen
  • Religion, besonders alle Aspekte der römisch-katholischen Kirche
  • Der Bürgerkrieg und der zweite Weltkrieg
  • Franco
  • Die Basken und die Katalanen
  • Gibraltar
  • Persönliche Bitten, besonders schon beim ersten Treffen
  • Machismus und Feminismus

Körpersprache

Die Spanier reden viel und laut, auch mit ihren Händen. Sie gestikulieren ziemlich wild. Hüten Sie sich davor, das zu imitieren! Physischer Kontakt zwischen Freunden ist normal. Spanier umarmen sich viel und klopfen sich auf die Schultern. Doch Sie sollten einen Spanier nicht anfassen, umarmen und freundschaftlich auf den Rücken hauen, solange Sie ihn nicht gut kennen. Warten Sie ab, bis er Sie zuerst berührt.

Wenn ein Spanier Sie im Gespräch am Arm oder an der Schulter berührt, schrecken Sie nicht zurück! Versuchen Sie auch nicht, sich aus dieser Situation herauszuwinden! Der Spanier könnte das als Beleidigung und Abweisung auffassen. Wenn Sie jemanden heranrufen wollen, winken Sie mit dem Finger oder der ganzen Hand, während der Handteller zum Boden zeigt. Das Okay-Zeichen, also das O aus Zeigefinger und Daumen, hat in Spanien eine vulgäre Bedeutung.

Spanische Pünktlichkeit

Die Spanier sind ein gemütliches Völkchen. Pünktlichkeit lässt sich mit ihrem Lebensstil kaum vereinbaren und wird meist ignoriert. Verspätungen werden lediglich bei Stierkämpfen, Fußballspielen und Theateraufführungen nicht geduldet. Bei Verabredungen wird eine Uhrzeit angegeben, um eine Orientierung zu haben. Ver­spätungen von einer halben Stunde sind durchaus legitim.

Ver­spätungen und Aufschübe sind besonders dann verbreitet, wenn es um staatliche Organisationen geht. Sollten Sie ein Anliegen haben, was Energie, Telekommunikation oder ein Bauvorhaben angeht, üben Sie sich in Geduld! Lange Wartezeiten auf ein Telefon sind in Spanien an der Tagesordnung.

Spanisch gekleidet

Die Spanier kleiden sich sehr bewusst. Sie sind elegant, auch in der Freizeit. Anhand der Kleidung ordnen sie jemandem beruf­lichen Erfolg und soziale Stellung zu und verlieren darüber nur wenige Worte. Ein wichtiges aber oft unterschätztes Kleidungs­stück sind die Schuhe. Schäbige Schuhe können ein ganzes Outfit ruinieren. Wenn Sie sich schon gut kleiden, dann auch vollständig! Legere Sportbekleidung, vor allem kurze Hosen, sind wirklich nur in der Freizeit angebracht. In Kirchen gibt es eine Art Kleider­ordnung, die nicht genau formuliert ist. Zeigen Sie so wenig nackte Haut, wie möglich!

Erstklassige Restaurants erwarten zumindest schicke Freizeitkleidung. Lassen Sie Ihre ungebügelten T-Shirts, billigen Jeans, die Jogginghose und die Turnschuhe zu Hause! Erscheinen Sie als Gast auf einer spanischen Hochzeit nicht in weiß und tragen Sie keinen Smoking!

Schenken und beschenkt werden

Bringen Sie ein kleines, eingepacktes Geschenk mit, wenn Sie zu einem Spanier nach Hause eingeladen sind! Sie fahren immer gut mit Gebäck, Kuchen, Schokolade und einer ungeraden Anzahl Blumen. Schenken Sie keine roten Rosen, denn die verraten Leidenschaft. Gelbe Rosen stehen für Untreue. Chrysanthemen, Dahlien und weiße Lilien sind ebenso wenig angebracht. Achten Sie darauf, keine 13 Blumen zu verschenken, denn die 13 bringt auch in Spanien Unglück. Sie haben selber ein Geschenk bekommen? Öffnen Sie es immer sofort in Gegenwart des Schenkenden!

Zur Weihnachtszeit tauschen Spanier in der Familie und unter Freunden die Geschenke erst am 6. Januar aus. Sollte vor einer Hochzeit keine Geschenk-Liste ausliegen, gilt: schenken Sie den Gegenwert des Hochzeitsgedeckes, gerne auch in bar. Sie können das Geld aber auch schlicht überweisen, also sehr informell.

Beim Essen

Im Restaurant suchen Sie sich nicht selber einen Tisch, sondern werden vom Ober an Ihren Platz geführt. In Bars und Kneipen wählen Sie selber einen Tisch. Setzen Sie sich aber nicht zu jemandem dazu, selbst wenn eine Einzelperson einen großen Tisch okkupiert. Warten Sie, bis ein ganzer Tisch frei wird.

Wenn Spanier in traditioneller Form zum Essen zusammensitzen, wird der älteste Mann am Tisch zuerst bedient. Es wird kein Extra-Teller für Brot und Butter bereitgestellt. Das Brot wird auf den Tisch gestellt und mit auf die Rechnung gesetzt. Spanier lieben es, einen Toast auszusprechen. Verlieren Sie sich aber nicht in Worten, sondern halten Sie sich kurz. Prosten Sie sich mit einem einfachen "Salud" zu! Auch Frauen können einen Toast aussprechen.

Spanier verschwenden ungern Essen. Nehmen Sie sich lieber eine kleine Portion! Nachschlag können Sie dann bei Bedarf immer noch holen.

Nehmen Sie von der Gewohnheit Abstand, die Gabel in die Arbeitshand zu nehmen! Halten Sie die Hände stets über dem Tisch! Sie sind fertig mit dem Essen? Legen Sie Messer und Gabel nebeneinander auf den Teller! Wenn Sie das Besteck überkreuzen oder einander gegenüber ablegen, signalisieren Sie, dass Sie noch nicht satt sind. Es ist nicht üblich, getrennt zu zahlen. Begleichen Sie gemeinsam die Rechnung! Auseinanderrechnen können Sie, wenn Sie wollen, hinterher immer noch.

Lebhafte Gespräche und viel Gelächter sind bei Tisch gern gesehen. Es ist kein Problem, vom Tisch aufzustehen oder den Platz zu wechseln.

Spanier sind zwar extrem kinderlieb, aber nicht immer kindgerecht ausgestattet. In Restaurants gibt es selten Kinderstühle oder Sitzkissen. Spezielle Kindermenüs werden kaum angeboten. Spielecken gibt es generell in Spanien nur selten. Dennoch sind Kinder in Restaurants gern gesehen und das Personal geht wundervoll mit ihnen um.

Frauen und Männer

Spanier denken immer noch stark in Klischees und Geschlechter­rollen. Sie erwarten von der Frau, dass sie sich um den Haushalt kümmert und die Kinder erzieht, während selbst der gebundene Mann seinen Charme spielen lassen kann, wenn er in weiblicher Begleitung ist. Spanische Männer machen den Frauen gerne hübsche Augen.

Vielen Frauen mag das schon zu weit gehen. Am Besten reagieren Sie mit einem Lächeln und gehen weiter. Vor Augenkontakt sollten Sie aber auf der Hut sein! Die Blicke eines spanischen Mannes aufzufangen, wird gerne als Flirt oder Interesse interpretiert. Der Spanier hat sich bis heute seine machohafte und chauvinistische Ader bewahrt. Während der letzten Jahre ist die zwar etwas schwächer geworden, dennoch wollen Männer oft noch das Gefühl der Kontrolle bewahren. Als Gegenstück zum Feminismus bezeichnet man dies Verhalten als Machismus.

Und noch ein paar Tipps

Fluchen Sie nicht in der Öffentlichkeit! Spanier sind sehr religiös. Spanier identifizieren sich eher mit ihrer Region als mit ihrem ganzen Land. Informieren Sie sich und seien Sie vorsichtig, dass Sie nichts durcheinander bringen.

Bei öffentliche Toiletten gehen die Herren zu den Caballeros, Frauen zu den Señoras. In kleineren Städten gibt es oft nur ein "W.C." für alle. Der Respekt verlangt es, dass Sie in der Öffentlichkeit nicht gähnen oder sich strecken. Spanier verteilen gerne Ratschläge, auch wenn Sie sie nicht darum bitten. Nehmen Sie diese einfach an, ohne sich zu verteidigen!

Erwarten Sie nicht von den Spaniern, dass sie sich an Ihre Lebensweise anpassen! Bemühen Sie sich stattdessen, die spanische Lebensweise zu akzeptieren und eventuell zu über­nehmen! So sichern Sie sich schnell die Akzeptanz der Spanier. Einladungen zu einem Spanier nach Hause gibt es äußerst selten und sind ein Zeichen wahrer Freundschaft. Manch­mal ist so eine Einladung jedoch lediglich reine Höflichkeit, die Sie dann gerne ablehnen können. Eine zweite Einladung sollten Sie annehmen! So eine Gelegenheit würde sich wahrscheinlich nicht so schnell noch einmal bieten.

Bei Einheimischen können Sie ruhigen Gewissens bis 23 Uhr anrufen. Besuchen Sie eine frisch gebackene Mutter noch am Tag der Geburt im Krankenhaus. Das unterstreicht Ihr Interesse und zeigt Anteilnahme. Preise sind oft verhandelbar. Sie werden viele kleine Geschäfte finden, die gerne mal netto, also ohne Mehrwertsteuer, verkaufen.

Zur Begrüßung

Reichen Sie zur Begrüßung und zum Abschied jedem An­wesenden die Hand und halten Sie Blickkontakt! Innerhalb des Freundes- und Familienkreises umarmen sich Männer zur Begrüßung. Frauen küssen sich auf die Wange und umarmen sich. Manchmal kann man beobachten, wie berufstätige Frauen auch enge männliche Kollegen auf diese Art begrüßen. Spanier sind eigentlich immer auf der Suche nach dem nächsten Schwatz.

Wenn man Bekannte oder Nachbarn zufällig trifft, sich aber nur kurz grüßen will, sagt man nicht hola, denn das wäre eine Einladung zu einem kleine Plausch. Wenn Sie schnell weitergehen wollen, sagen sie als Gruß lediglich Adios oder Hasta luego!

Die Anrede

Wenn Sie sich unsicher sind, benutzen Sie formell das Sie ( usted), bis Ihnen das Du angeboten wird. Generell greifen die Spanier schnell zum Du. Selbst unter Kollegen hört man oft das Du. Auch unter Gleichaltrigen können Sie getrost zum Du greifen. Verübelt wird es Ihnen sicherlich nicht. In Spanien ist das Sie eher ein Ausdruck von Respekt und keine Höflichkeitsfloskel. Titel verwendet man in Spanien lediglich bei Würdenträgern.

Im Gespräch mit einem Spanier

Stellen Sie sich darauf ein, in Spanien Spanisch zu sprechen! Die meisten Spanier sprechen nicht gern Englisch. Sie sind viel zu stolz auf ihre eigene Sprache. Darüber hinaus ist ihr Englisch meist nicht sehr gut. Spanier stehen beim Reden grundsätzlich sehr dicht beieinander. Rechnen Sie damit, dass Spanier ihnen oft ins Wort fallen. In Spanien zeugt das nicht von einer schlechten Kinder­stube, sondern signalisiert Interesse und Aufmerksamkeit.

Unschöne Wahrheiten hören Spanier nur ungern. Tasten Sie sich behutsam vor und platzen Sie nie mit der Tür ins Haus! Seien Sie selber auch auf der Hut, denn negative Dinge werden von Spaniern gern unter den Teppich gekehrt. Üben Sie sich darin, zwischen den Zeilen zu lesen!

Ihr Charakter ist das Maß für den Respekt, den man Ihnen in Spanien entgegenbringt. Betonen Sie berufliche Erfahrungen und Erfolge nicht zu sehr! Messen Sie auch nicht alles in Spanien mit mitteleuropäischem Maß!

Willkommene Gesprächsthemen:

  • Ihr Heimatland
  • Ihre Reisen, vor Allem die nach Spanien
  • Spanische Kunst und Architektur, Geschichte vor dem 20. Jahrhundert
  • Spanische Traditionen wie Flamenco
  • Spanischer Wein und Sherry
  • Sport, vor allem Fußball
  • Stierkampf, wenn Sie Meinung und Begeisterung des Gegenübers teilen
  • Politik (aber vorsichtig und nur, wenn Sie wissen, worüber Sie reden)
  • Familie, vor allem die Kinder

Schlechte Gesprächsthemen:

  • Stierkämpfe, wenn Sie die Kontroversen diskutieren wollen
  • Religion, besonders alle Aspekte der römisch-katholischen Kirche
  • Der Bürgerkrieg und der zweite Weltkrieg
  • Franco
  • Die Basken und die Katalanen
  • Gibraltar
  • Persönliche Bitten, besonders schon beim ersten Treffen
  • Machismus und Feminismus

Körpersprache

Die Spanier reden viel und laut, auch mit ihren Händen. Sie gestikulieren ziemlich wild. Hüten Sie sich davor, das zu imitieren! Physischer Kontakt zwischen Freunden ist normal. Spanier umarmen sich viel und klopfen sich auf die Schultern. Doch Sie sollten einen Spanier nicht anfassen, umarmen und freundschaftlich auf den Rücken hauen, solange Sie ihn nicht gut kennen. Warten Sie ab, bis er Sie zuerst berührt.

Wenn ein Spanier Sie im Gespräch am Arm oder an der Schulter berührt, schrecken Sie nicht zurück! Versuchen Sie auch nicht, sich aus dieser Situation herauszuwinden! Der Spanier könnte das als Beleidigung und Abweisung auffassen. Wenn Sie jemanden heranrufen wollen, winken Sie mit dem Finger oder der ganzen Hand, während der Handteller zum Boden zeigt. Das Okay-Zeichen, also das O aus Zeigefinger und Daumen, hat in Spanien eine vulgäre Bedeutung.

Spanische Pünktlichkeit

Die Spanier sind ein gemütliches Völkchen. Pünktlichkeit lässt sich mit ihrem Lebensstil kaum vereinbaren und wird meist ignoriert. Verspätungen werden lediglich bei Stierkämpfen, Fußballspielen und Theateraufführungen nicht geduldet. Bei Verabredungen wird eine Uhrzeit angegeben, um eine Orientierung zu haben. Ver­spätungen von einer halben Stunde sind durchaus legitim.

Ver­spätungen und Aufschübe sind besonders dann verbreitet, wenn es um staatliche Organisationen geht. Sollten Sie ein Anliegen haben, was Energie, Telekommunikation oder ein Bauvorhaben angeht, üben Sie sich in Geduld! Lange Wartezeiten auf ein Telefon sind in Spanien an der Tagesordnung.

Spanisch gekleidet

Die Spanier kleiden sich sehr bewusst. Sie sind elegant, auch in der Freizeit. Anhand der Kleidung ordnen sie jemandem beruf­lichen Erfolg und soziale Stellung zu und verlieren darüber nur wenige Worte. Ein wichtiges aber oft unterschätztes Kleidungs­stück sind die Schuhe. Schäbige Schuhe können ein ganzes Outfit ruinieren. Wenn Sie sich schon gut kleiden, dann auch vollständig! Legere Sportbekleidung, vor allem kurze Hosen, sind wirklich nur in der Freizeit angebracht. In Kirchen gibt es eine Art Kleider­ordnung, die nicht genau formuliert ist. Zeigen Sie so wenig nackte Haut, wie möglich!

Erstklassige Restaurants erwarten zumindest schicke Freizeitkleidung. Lassen Sie Ihre ungebügelten T-Shirts, billigen Jeans, die Jogginghose und die Turnschuhe zu Hause! Erscheinen Sie als Gast auf einer spanischen Hochzeit nicht in weiß und tragen Sie keinen Smoking!

Schenken und beschenkt werden

Bringen Sie ein kleines, eingepacktes Geschenk mit, wenn Sie zu einem Spanier nach Hause eingeladen sind! Sie fahren immer gut mit Gebäck, Kuchen, Schokolade und einer ungeraden Anzahl Blumen. Schenken Sie keine roten Rosen, denn die verraten Leidenschaft. Gelbe Rosen stehen für Untreue. Chrysanthemen, Dahlien und weiße Lilien sind ebenso wenig angebracht. Achten Sie darauf, keine 13 Blumen zu verschenken, denn die 13 bringt auch in Spanien Unglück. Sie haben selber ein Geschenk bekommen? Öffnen Sie es immer sofort in Gegenwart des Schenkenden!

Zur Weihnachtszeit tauschen Spanier in der Familie und unter Freunden die Geschenke erst am 6. Januar aus. Sollte vor einer Hochzeit keine Geschenk-Liste ausliegen, gilt: schenken Sie den Gegenwert des Hochzeitsgedeckes, gerne auch in bar. Sie können das Geld aber auch schlicht überweisen, also sehr informell.

Beim Essen

Im Restaurant suchen Sie sich nicht selber einen Tisch, sondern werden vom Ober an Ihren Platz geführt. In Bars und Kneipen wählen Sie selber einen Tisch. Setzen Sie sich aber nicht zu jemandem dazu, selbst wenn eine Einzelperson einen großen Tisch okkupiert. Warten Sie, bis ein ganzer Tisch frei wird.

Wenn Spanier in traditioneller Form zum Essen zusammensitzen, wird der älteste Mann am Tisch zuerst bedient. Es wird kein Extra-Teller für Brot und Butter bereitgestellt. Das Brot wird auf den Tisch gestellt und mit auf die Rechnung gesetzt. Spanier lieben es, einen Toast auszusprechen. Verlieren Sie sich aber nicht in Worten, sondern halten Sie sich kurz. Prosten Sie sich mit einem einfachen "Salud" zu! Auch Frauen können einen Toast aussprechen.

Spanier verschwenden ungern Essen. Nehmen Sie sich lieber eine kleine Portion! Nachschlag können Sie dann bei Bedarf immer noch holen.

Nehmen Sie von der Gewohnheit Abstand, die Gabel in die Arbeitshand zu nehmen! Halten Sie die Hände stets über dem Tisch! Sie sind fertig mit dem Essen? Legen Sie Messer und Gabel nebeneinander auf den Teller! Wenn Sie das Besteck überkreuzen oder einander gegenüber ablegen, signalisieren Sie, dass Sie noch nicht satt sind. Es ist nicht üblich, getrennt zu zahlen. Begleichen Sie gemeinsam die Rechnung! Auseinanderrechnen können Sie, wenn Sie wollen, hinterher immer noch.

Lebhafte Gespräche und viel Gelächter sind bei Tisch gern gesehen. Es ist kein Problem, vom Tisch aufzustehen oder den Platz zu wechseln.

Spanier sind zwar extrem kinderlieb, aber nicht immer kindgerecht ausgestattet. In Restaurants gibt es selten Kinderstühle oder Sitzkissen. Spezielle Kindermenüs werden kaum angeboten. Spielecken gibt es generell in Spanien nur selten. Dennoch sind Kinder in Restaurants gern gesehen und das Personal geht wundervoll mit ihnen um.

Frauen und Männer

Spanier denken immer noch stark in Klischees und Geschlechter­rollen. Sie erwarten von der Frau, dass sie sich um den Haushalt kümmert und die Kinder erzieht, während selbst der gebundene Mann seinen Charme spielen lassen kann, wenn er in weiblicher Begleitung ist. Spanische Männer machen den Frauen gerne hübsche Augen.

Vielen Frauen mag das schon zu weit gehen. Am Besten reagieren Sie mit einem Lächeln und gehen weiter. Vor Augenkontakt sollten Sie aber auf der Hut sein! Die Blicke eines spanischen Mannes aufzufangen, wird gerne als Flirt oder Interesse interpretiert. Der Spanier hat sich bis heute seine machohafte und chauvinistische Ader bewahrt. Während der letzten Jahre ist die zwar etwas schwächer geworden, dennoch wollen Männer oft noch das Gefühl der Kontrolle bewahren. Als Gegenstück zum Feminismus bezeichnet man dies Verhalten als Machismus.

Und noch ein paar Tipps

Fluchen Sie nicht in der Öffentlichkeit! Spanier sind sehr religiös. Spanier identifizieren sich eher mit ihrer Region als mit ihrem ganzen Land. Informieren Sie sich und seien Sie vorsichtig, dass Sie nichts durcheinander bringen.

Bei öffentliche Toiletten gehen die Herren zu den Caballeros, Frauen zu den Señoras. In kleineren Städten gibt es oft nur ein "W.C." für alle. Der Respekt verlangt es, dass Sie in der Öffentlichkeit nicht gähnen oder sich strecken. Spanier verteilen gerne Ratschläge, auch wenn Sie sie nicht darum bitten. Nehmen Sie diese einfach an, ohne sich zu verteidigen!

Erwarten Sie nicht von den Spaniern, dass sie sich an Ihre Lebensweise anpassen! Bemühen Sie sich stattdessen, die spanische Lebensweise zu akzeptieren und eventuell zu über­nehmen! So sichern Sie sich schnell die Akzeptanz der Spanier. Einladungen zu einem Spanier nach Hause gibt es äußerst selten und sind ein Zeichen wahrer Freundschaft. Manch­mal ist so eine Einladung jedoch lediglich reine Höflichkeit, die Sie dann gerne ablehnen können. Eine zweite Einladung sollten Sie annehmen! So eine Gelegenheit würde sich wahrscheinlich nicht so schnell noch einmal bieten.

Bei Einheimischen können Sie ruhigen Gewissens bis 23 Uhr anrufen. Besuchen Sie eine frisch gebackene Mutter noch am Tag der Geburt im Krankenhaus. Das unterstreicht Ihr Interesse und zeigt Anteilnahme. Preise sind oft verhandelbar. Sie werden viele kleine Geschäfte finden, die gerne mal netto, also ohne Mehrwertsteuer, verkaufen.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus Auswandern nach Spanien 1.

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